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Jungjournalistentag #JJT23

Starke Themen beim #JJT23 für deinen Berufseinstieg - ein Rückblick

Ann-Katrin Schmitz

Impulsvortrag

"Hashtags und Handshakes:
Vertrauens- und Unternehmensaufbau in der Social Media Welt"

10:10 Uhr bis 10:30 Uhr, AULA

Werdegang von Ann-Katrin Schmitz

Diskussionsrunde Birgit Emnet und Volker Siefert im Gespräch mit Stefan Schröder

Investigativ Journalismus: Warum Journalistinnen und Journalisten gebraucht werden

10:30 Uhr bis 11:30 Uhr, AULA

Birgit Emnet:
Den aufwendigen Recherchen zum AWO-Skandal Wiesbaden/Frankfurt, die im September 2019 begannen und die bis heute die Justiz beschäftigen, voraus ging 2018/19 ein kommunalpolitischer Skandal um Vorteilsnahmen des damaligen Wiesbadener OB sowie Verstrickungen weiterer Kommunalpolitiker in ein System von gegenseitigen Loyalitäten und Vorteilsgewährungen, die der hessischen Landeshauptstadt die Bezeichnung "Filzbaden" einbrachte. Auch hier war Birgit Emnet maßgeblich an der Aufklärung beteiligt, die übrigens zur Demission verschiedener Protagonisten inklusive dem nicht zur Wiederwahl antretenden OB führte. Für die AWO-Recherchen wurde Emnet mit zwei weiteren Kollegen 2021 mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse ausgezeichnet, 2022 zusammen mit Volker Siefert als "Journalisten des Jahres" im Bereich Regionale Reportagen vom Medium Magazin.

Viel Zeit für die Recherche haben auch Birgit Emnet und Volker Siefert für die Aufdeckung des AWO-Skandals in Wiesbaden und Frankfurt benötigt. Stefan Schröder, Vorsitzender des Presseclubs Wiesbaden, möchte mit den beiden Journalisten beim #JJT23 auf dem Podium über ihre investigative Arbeit sprechen und die Hintergründe beleuchten. „Den aufwendigen Recherchen zur AWO-Affäre, die im September 2019 begannen, ging ein kommunalpolitischer Skandal um Vorteilsnahmen des damaligen Wiesbadener OB sowie Verstrickungen weiterer Kommunalpolitiker in ein System von gegenseitigen Loyalitäten und Vorteilsgewährungen voraus“, erinnert sich Birgit Emnet. Das habe der hessischen Landeshauptstadt die Bezeichnung „Filzbaden“ eingebracht.

Auch hier war die Journalistin des „Wiesbadener Kuriers“ maßgeblich an der Aufklärung beteiligt, die „zur Demission verschiedener Protagonisten“ inklusive dem nicht zur Wiederwahl antretenden OB führte. Für die AWO-Recherchen wurde Emnet mit zwei Kollegen des „Wiesbadener Kuriers“ 2021 mit dem Wächterpreis der deutschen Tagespresse ausgezeichnet, 2022 zusammen mit Volker Siefert als „Journalisten des Jahres“ im Bereich Regionale Reportagen vom Medium Magazin.

Volker Siefert:
Dieselbe Affäre, jedoch mit einem anderen Aufhänger erlebte Volker Siefert vom Hessischen Rundfunk (hr) in Frankfurt. Da brachte ein dicker Briefumschlag auf dem Schreibtisch eines Lokalreporters der Frankfurter Neuen Presse (FNP) im Sommer 2019 den Stein ins Rollen. Daniel Gräber schrieb über fragwürdige Geschäfte und die mögliche Verstrickung des Ehepaars Richters. Volker Siefert: „Die Resonanz auf die Artikel blieb jedoch in der Stadtpolitik und in den anderen Medien gering.“

Erst als der hr über das ungewöhnlich hohe Gehalt plus Dienstwagen der Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters Feld- mann berichtete, nahm die Sache Fahrt auf. Nur durch die informelle Zusammenarbeit von hr-Reporter Volker Siefert und Daniel Gräber war das möglich gewesen. Damit war der Auftakt zu mehreren Dutzend Berichten über Frankfurter Aspekte der AWO-Affäre auf hessenschau.de, im hr Radio und Fernsehen gemacht. Im Herzen der AWO-Affäre das Ehepaar Jürgen und Hannelore Richter und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der OB hatte bis zu seiner Wahl 2012 selbst bei der AWO gearbeitet. Er und das Ehepaar Richter, die die beiden großen AWO-Verbände in Wiesbaden und Frankfurt geleitet haben, kannten sich noch aus Jugendtagen von ihrer gemeinsamen Zeit bei den Falken, einer sozialistischen Jugendorganisation. Im Laufe seiner Recherchen stieß Siefert auf immer weitere Verflechtungen zwischen der AWO und Politikern.

Es geht um ungewöhnlich hohe Gehälter, Beraterhonorare, eine Flut fragwürdiger Minijobs, Luxus-Dienstwagen und ein un- durchsichtiges Geflecht an Finanzierungen. Das alles verarbeitete er gemeinsam mit den hr Kollegen Léon Hasse und Leonhard Koppelmann zu dem sechsteiligen Podcast „Die AWO-Affäre: Wie ein Sozialverband zum Kriminalfall wurde“. Bereits nach wenigen Monaten wurde die dramaturgische Umsetzung der hr-Recherchen zur AWO-Affäre in der ARD-Audiothek mehr als 500.000 mal geklickt.

Daran lässt sich erkennen, dass Recherchen über Lokal- und Regionalthemen auch im Digitalen ein Publikum findet, meint Siefert. Viele Menschen wollten hinter die Kulissen schauen und auch wissen, wie so etwas verhindert werden kann. Material für den Podcast boten aktuelle Entwicklungen, der Korruptionsprozess gegen Feldmann, seine Abwahl, aber auch Auftritte von Hannelore und Jürgen Richter in Gerichtsprozessen, die Gelegenheit für O-Ton-Interviews boten.

Die AWO-Affäre ist strafrechtlich noch nicht aufgearbeitet. Vier Jahre nach der ersten Anzeige, die die Ermittlungen ins Rollen brachten, ist die Anklage gegen die Eheleute Richter und andere ehemalige AWO-Verantwortliche wegen möglicherweise betrügerischer Abrechnungen in den beiden AWO-Flüchtlings- heimen in Frankfurt noch nicht vom Landgericht zugelassen. Bislang gibt es keine Anklage wegen möglicher Untreue bei der Sicherheitsfirma AWO-Protect. „Inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob es jemals einen großen AWO-Prozess geben wird. Es kann gut sein, dass sich die juristische Aufarbeitung im Klein- Klein von Mini-Jobs und Doktortiteln verlieren wird“, so Volker Siefert. Umso wichtiger sei es, dass Journalistinnen und Journalisten Missstände an der Schnittstelle zwischen Kommunalpolitik und Verbänden aufdecken. „Medien können ein Korrektiv gegen Selbstbereicherung, Vettern- und Günstlingswirtschaft in Sozialverbänden sein. Das haben die beiden AWO-Verbände in Wiesbaden und Frankfurt gezeigt, die sich nach der Affäre personell und inhaltlich neu aufgestellt haben.”

Am Anfang der AWO Affäre landete im Sommer 2019 ein dicker Briefumschlag beim Frankfurter Lokalreporter Daniel Gräber auf dem Schreibtisch. Der arbeitet damals noch bei der Frankfurter Neuen Presse (FNP), brachte drei größere Geschichten über fragwürdige Geschäfte und mögliche Verstrickungen des Ehepaar Richters. Die Resonanz darauf in der Stadtpolitik und bei anderen Medien war gering. Das änderte sich schlagartig im Herbst 2019 als der hr mit der Geschichte rauskam, dass die Ehefrau von OB Feldmann ein ungewöhnlich hohes Gehalt plus Dienstwagen bekam. Ermöglicht wurde dieser Aufschlag durch die informelle Zusammenarbeit von hr-Reporter Volker Siefert und Daniel Gräber, der Frankfurt inzwischen schon in Richtung Karlsruhe verlassen hatte. Damit war der Auftakt gemacht zu mehreren Dutzend Berichten über Frankfurter Aspekte der AWO-Affäre auf hessenschau.de, im hr Radio und Fernsehen. Im Herzen der AWO-Affäre das Ehepaar Jürgen und Hannelore Richter und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der OB hatte bis zu seiner Wahl 2012 selbst bei der AWO gearbeitet. Er und das Ehepaar Richter, die die beiden großen AWO-Verbände in Wiesbaden und Frankfurt geleitet haben kannten sich noch aus Jugendtagen von ihrer gemeinsamen Zeit bei den Falken, der Jugendorganisation der SPD. Volker Siefert stößt im Laufe seiner Recherchen auf immer weitere Verflechtungen zwischen der AWO und Politikern. Es geht um ungewöhnlich hohe Gehälter, Beraterhonorare, eine Flut fragwürdiger Minijobs, Luxus-Dienstwagen und ein undurchsichtiges Geflecht an Finanzierungen. Das alles verarbeitete Volker Siefert gemeinsam mit den hr Kollegen Léon Hasse und Leonhard Koppelmann (beide hr) zu dem sechsteiligen Podcast „Die AWO-Affäre: Wie ein Sozialverband zum Kriminalfall wurde“. Bereits nach wenigen Monaten wurde die dramaturgische Umsetzung der hr Recherchen zur AWO Affärein der ARD Audiothek mehr als 500.000 mal geklickt. Daran lässt sich erkennen, dass Recherchen über Lokal- und Regionalthemen auch im Digitalen ein Publikum finden. Für Recherchen über Klüngel in der Kommunalpolitik, Vettern- und Günstlingswirtschaft in Verbänden. Viele Menschen wollen hinter die Kulissen schauen und auch wissen, wie so etwas verhindert werden kann. Material für den Podcast boten aktuelle Entwicklungen, der Korruptionsprozess gegen Feldmann, seine Abwahl aber auch Auftritte von Hannelore und Jürgen Richter in Gerichtsprozessen, die Gelegenheit für O-Toninterviews boten.

Die AWO-Affäre ist strafrechtlich noch nicht aufgearbeitet. Vier Jahre nach der ersten Anzeige, die die Ermittlungen ins Rollen brachten, ist die Anklage gegen die Eheleute Richter und andere ehemalige AWO Verantwortliche wegen möglicherweise betrügerischer Abrechnungen der den beiden AWO-Flüchtlingsheime in Frankfurt noch nicht vom Landgericht zugelassen. Bislang giibtes keine Anklage wegen möglicher Untreue bei der Sicherheitsfirma AWO-Protect. „Inzwischen bin ich mir nicht sicher, ob es jemals einen großen AWO-Prozess geben wird. Es kann gut sein, dass sich die juristische Aufarbeitung im Klein-Klein von Mini-Jobs und Dortortiteln verlieren wird“, so Volker Siefert. Um so wichtiger sei es, dass Journalistinnen und Journalisten Missstände an der Schnittstelle zwischen Kommunalpolitik und Verbänden aufdecken. „Medien können ein Korrektiv gegen Selbstbereicherung, Vettern- und Günstlingswirtschaft in Sozialverbänden sein. Das haben die beiden AWO-Verbände in Wiesbaden und Frankfurt gezeigt, die sich nach der Affäre personell und inhaltlich neu aufgestellt haben, sagt Referent Siefert. 

Stefan Schröder:
Der Vorsitzende des Presseclubs Wiesbaden möchte mit den beiden Journalisten Birgit Emnet und Volker Siefert beim #JJT23 auf dem Podium über ihre investigative Arbeit sprechen und die Hintergründe beleuchten.

Werdegang von Birgit Emnet

Werdegang Volker Siefert

Werdegang Stefan Schröder

Investigative Recherche im AWO-Skandal - Journalistin Birgit Emnet gibt Einblicke
Investigative Recherche im Lokaljournalismus

Jule Lumma

„Keep the fingers happy“ – Digitales Storytelling im Lokaljournalismus

11:45 Uhr bis 12:45 Uhr

Storytelling ist schon immer Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten. Im Digitalen gibt es dazu unzählige Varianten, Formen und Möglichkeiten. Und das macht es so spannend, in diesen Tagen digitalen Lokaljournalismus anzubieten und weiterzuentwickeln. Dabei stehen die Userinnen und User im Fokus, ganz nach den Leitlinien des Designers Mario Garcia „Keep the fingers happy“.  Im Workshop zeigen wir, welche Möglichkeiten des digitalen Storytellings es gibt, was wann gut funktioniert und was man lassen kann – und freuen uns natürlich auch über Feedback von Teilnehmenden.

Jungjournalistinnen und Jungjournalisten können erste Erfahrungen sammeln und ihre Fragen zur Zukunft des Lokaljournalismus mit uns diskutieren.

Werdegang von Jule Lumma

Jan Eggers

Reich, berühmt und unschlagbar schlagfertig dank KI - in 45 Minuten zum Prompt Engineer!

11:45 Uhr bis 12:45 Uhr sowie 14:00 Uhr bis 14:45 Uhr

Marketing-Gewäsch beiseite: Sprachmodelle wie ChatGPT sind unglaublich hilfreiche Tools, wenn man sie richtig einsetzt - in diesem kleinen Workshop gibt's gute Tipps für die besseren Prompts. BYOD - bitte eigenen Laptop und ChatGPT-Zugang mitbringen, wenn vorhanden!

"Don't believe the hype? Was KI wirklich für Journalist:innen leisten kann"

Ein wenig Hintergrund, wie KI das tut, was sie tut - und praktische Anwendungsfälle für die journalistische Arbeit.

Werdegang von Jan Eggers

Ute Gaiser-Hood

Mobile Journalism (MoJo): das Smartphone als Allroundwerkzeug

11:45 Uhr bis 12:45 Uhr sowie 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Smartphones haben die Medienproduktion revolutioniert. Journalistinnen und Journalisten können heute von jedem Ort der Welt berichten - per Video, Audio, Text oder Foto, live oder aufgezeichnet. Mit Zubehör wie Bluetooth-Mikrofonen, Vorsatzlinsen und Stativen liefern Smartphones höchste Bild- und Tonqualität. Viele etablierte Fernsehsender, wie beispielsweise die BBC, setzen inzwischen auf "Mobile Journalism" und schicken ihre Journalisten und Journalistinnen mit einer Handyausrüstung raus. Dabei werden oft alle Produktionsschritte auf dem Smartphone durchgeführt – von der Aufnahme, über das Schneiden und Nachvertonen bis hin zum Veröffentlichen auf verschiedenen Social-Media-Kanälen.

Dieser Workshop gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der mobilen Berichterstattung. Was können Smartphones und Tablets im journalistischen Alltag leisten? Worauf sollten Sie beim Filmen mit dem Handy achten? Wie schneidet man Videos und Audiodateien und wie stellt man Bilder und Texte schnell und einfach online? Welche Formate sind empfehlenswert und welche Apps, Programme und Plattformen verfügbar? Bitte das eigene Smartphone oder Tablet mitbringen - technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Werdegang von Ute Gaiser-Hood

Klartext - Der Podcast

Podcast des DJV Hessen von und mit Christian Arndt und seinen Gästen zu Themen, die Journalistinnen und Journalisten in der Mitte Deutschlands bewegen

Klartext - Der Podcast des DJV Hessen … jetzt reinhören!

Lena Leun

Funk-Formate: Cold Mirror, Your Money, World Wide Wohnzimmer

14:00 Uhr bis 14:45 Uhr sowie 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Werdegang von Lena Leun

Andreas Fauth

Zwischen Abi und Volontariat – wie der Start in den Journalismus mit oder ohne Volo gelingt

14:00 Uhr bis 14:45 Uhr sowie 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Klar, Journalismus ist ein Traumberuf – aber wie komme ich rein? Wie viele Praktika brauche ich? Muss es ein Volo sein oder geht es auch ohne?

Muss es ein Studium sein oder werden die Azubis heutzutage die Studis überholen?

Journalismus steckt in der Krise: prekär und immer öfter unbeliebt. Wie du dich trotzdem erfolgreich durch den beruflichen Dschungel schlägst, klärt dieser Workshop.

Alles ist möglich, dem der glaubt und der es wirklich will – Krisenzeiten sind auch Chancenzeiten, du musst sie nur nutzen!

Werdegang von Andreas Fauth

Stanley Vitte

Podcast-Werkstatt: Dein Einstieg in die Audio-Welt

14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Was macht einen guten Podcast aus und worauf ist zu achten? In diesem praxisnahen Workshop gibt's jede Menge Tipps zum digitalen Audio-Handwerk und wir diskutieren die wichtigsten Kniffe der Konzeption, Produktion und Distribution, mit deren Hilfe Du Deinen eigenen Podcast starten kannst.  

Werdegang von Stanley Vitte

Daniel Drepper

VORTRAG ENTFÄLLT

Werdegang von Daniel Drepper

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Die Teilnahme ist für Studenten und Azubis in der Medienbranche kostenfrei. Und das Mittagessen gibt es auch dazu. Du musst kein Mitglied im DJV Hessen sein. Sichere Dir jetzt Dein Ticket und starte im Journalismus durch.

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