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Unsere Chronik

Geschichte des Hessischen Journalistenverband

1946 - 1949: Die Anfänge des Hessischen Journalisten-Verbands

Im Sommer des Jahres 1946 versammelten sich Journalisten in Bad Nauheim, damals Sitz der Nachrichtenagentur DENA, um die Gründung eines hessischen Journalisten-Verbands vorzubereiten.

Am 2. März 1947 erfolgte die Gründung des Verbands der Berufsjournalisten in Hessen (VBH) in Frankfurt am Main. Bei dieser historischen Versammlung waren nicht nur die Gründungsmitglieder anwesend, sondern auch Vertreter der US-Militärregierung sowie der damalige hessische Ministerpräsident Christian Stock (SPD). In seiner Ansprache unterstrich Stock die bedeutende Rolle journalistischer Arbeit in einer demokratischen Gesellschaft.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Robert Mösinger gewählt, der Leiter der Hessenredaktion von Radio Frankfurt. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 1959 im Amt. Während dieser Zeit fungierte sein Vorzimmer mit Käthe Luwe als Geschäftsstelle des Verbands. Fritz Fay wurde zum Zweiten Vorsitzenden und somit zum Stellvertreter Mösingers ernannt. Artur Lauinger, ehemaliger Vorsitzender des Vereins der Frankfurter Presse und aus dem Exil in London zurückgekehrt, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Gründungsmitglieder des VBH bestanden nicht nur aus Zeitungsredakteuren und -journalisten, sondern auch aus Hörfunkjournalisten. Letztere hatten im Gegensatz zu ihren schreibenden Kollegen vor dem Zweiten Weltkrieg keine Interessenvertretung.

Am 2. Oktober 1947 erklärte die Militärregierung in Wiesbaden ihre Toleranz gegenüber dem Verband. Die US-Behörden betonten die Bedeutung von lokalen Verbänden, da eine zentrale Organisation die demokratische Arbeit erschweren könne. Um dem Verband beizutreten, mussten Mitglieder Lebensläufe und eidesstattliche Erklärungen über ihre Verbindung zur Nazipartei und ihren Organisationen, insbesondere dem Reichsverband der Deutschen Presse, beifügen.

In den Nachkriegsjahren konzentrierte sich die Arbeit des VBH auf die materielle Unterstützung der Journalisten und den Aufbau einer demokratischen Presse. Schreibmaschinen und Papier wurden gesucht, um Nachrichten für die Setzer bereitzustellen. Selbst kleine Papierstücke und leere Rückseiten wurden beschrieben. Die Geschäftsstelle des Verbands spielte eine entscheidende Rolle bei der Erlangung von Telefonanschlüssen für Journalisten und der Zulassung von Telefonaten, insbesondere Interzonengesprächen.

Im Mai 1947 protestierte der Verband gegen die unzureichende Benzinverteilung in Frankfurt am Main, die es Journalisten schwer machte, ihre Aufgaben zu erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt erhielten Journalisten lediglich 30 bis 40 Liter Benzin pro Monat.

Neben der Unterstützung der Journalisten begann der Verband auch, über neue Pressegesetze und die Rolle der Lizenzträger in der Nachkriegspresse zu diskutieren. Er knüpfte erste Kontakte zu Kollegen in anderen Bundesländern und Besatzungszonen.

Bis Ende 1948 stieg die Mitgliederzahl von 83 bei der Gründung auf fast 405 Mitglieder an, und 80 weitere Anträge wurden noch überprüft. Lokale Verbände entstanden in allen größeren hessischen Städten.

Im Mai 1949 gründete der Verband das Versorgungswerk der Presse, um tarifvertraglichen Versicherungsschutz für fest angestellte Redakteure und Redakteurinnen an Tageszeitungen anzubieten. Heute ist der DJV Hessen Mitgesellschafter dieser Versicherung für Medienschaffende.

Am 4. Mai 1949 verabschiedete der Hessische Landtag ein Pressegesetz, das als relativ fortschrittlich und vorbildlich für andere Bundesländer galt. Es betonte die Pressefreiheit und die Auskunftspflicht der Behörden, enthielt jedoch auch einige besorgniserregende Einschränkungen.

Der Verband war maßgeblich an der Gründung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) in Berlin am 10. Dezember 1949 beteiligt. Damit wurden Aufgaben wie bundesweite Tarifverhandlungen und die Beeinflussung der Bundesgesetzgebung für Journalisten an den neuen Dachverband übertragen. Der hessische Verband war zu dieser Zeit der zweitstärkste Landesverband in der Bundesrepublik Deutschland.

Um die Jahreswende 1949/50 forderte das hessische Innenministerium zwei Blanko-Presseausweise an, um getarnt und undercover an Veranstaltungen teilnehmen zu können. Der Verband lehnte dies ab, da Presseausweise grundsätzlich nur an Verbandsmitglieder und Journalisten ausgegeben wurden. Diese Situation führte zu Protesten beim hessischen Ministerpräsidenten Christian Stock.

1950 - 1959: Aufbruch und Veränderung

Die 1950er Jahre markierten eine Zeit des Wandels und der Herausforderungen für den Deutschen Journalisten-Verband. Im Jahr 1951 fanden die ersten Tarifverhandlungen für Redakteure bei Tageszeitungen statt, die schließlich am 27. Juli 1951 zur Unterzeichnung eines Tarifvertrages führten. Allerdings gab es Unzufriedenheit über die Forderungen und die erzielten niedrigen Abschlüsse bei den Verhandlungen in Wiesbaden. Diese Enttäuschung führte dazu, dass der hessische Verband seine Mitgliedschaft im neu gegründeten Deutschen Journalisten-Verband zum 31. Dezember 1951 kündigte, allerdings widerrief diese Entscheidung vor Ablauf der Frist am 29. September 1951.

Am 6. September 1952 sorgte eine bemerkenswerte Rede von Helli Knoll, einer Journalistin und Vorstandsmitglied des Verbandes, für große Aufregung. Unter dem Titel "Deutschland vor der Entscheidung" fand eine Kundgebung im Althoffbau des Zoo Frankfurt statt, bei der der ehemalige Reichskanzler Joseph Wirth als Hauptredner auftrat. Das Hauptthema war der Frieden und der Widerstand gegen einen Wehrbeitrag der Bundesrepublik. Helli Knoll hielt eine leidenschaftliche politische Rede, die die FDP-Fraktion in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung veranlasste, ihre Absetzung als Pressesprecherin zu fordern. Dies wurde jedoch von der Personalabteilung abgelehnt, da sie nicht in ihrer Funktion als Leiterin des Presseamtes aufgetreten war. Der Vorstand des Verbandes der Berufsjournalisten in Hessen stellte damals klar, dass Knoll lediglich ihr im Grundgesetz garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hatte.

Im Jahr 1958 erfolgte eine wichtige Umbenennung, als sich die Interessenvertretung in den Hessischen Journalisten-Verband (hjv) umbenannte.

Am 20. November 1958 wurde das hessische Pressegesetz überarbeitet. Eine bedeutende Änderung war, dass ein verantwortlicher Redakteur nicht mehr zwingend in Hessen ansässig sein musste, sondern lediglich im Geltungsbereich des Grundgesetzes.

Tragischerweise wurde die Geschäftsstelle des Verbandes durch den plötzlichen Tod des Ersten Vorsitzenden Robert Mösinger in Mitleidenschaft gezogen. Infolgedessen wurde in Frankfurt am Main eine neue Geschäftsstelle in der Liebigstraße 24 eingerichtet und personell besetzt.

Die 1950er Jahre waren geprägt von Veränderungen, Herausforderungen und der kontinuierlichen Entwicklung des Hessischen Journalisten-Verbandes.

1960 - 1969: Die erste Frau in der Geschäftsleitung

Zu der ersten weiblichen Geschäftsführerin wird am 19. Oktober 1962 die damalige Sekretärin Brigitte Slocinski berufen, die die Geschäfte 18 Jahre lang leitete.

Die 1970er Jahre: Eine Zeit des Wandels und der Herausforderungen

Die siebziger Jahre waren geprägt von bedeutenden Diskussionen und Veränderungen im Hessischen Journalisten-Verband (hjv).

In den frühen siebziger Jahren führte der hessische Justizminister Johannes Strelitz (SPD) Gespräche mit Vertretern der SPD-Landtagsfraktion und dem geschäftsführenden Vorstand des hjv über die Modernisierung des Presserechts. Dabei wurde betont, dass Hessen nicht beabsichtigte, die innere Pressefreiheit gesetzlich zu regeln, sofern der Bund aktiv wurde. Die Absicht war vielmehr, eine Initialzündung für Veränderungen zu setzen. Eine tarifvertragliche Regelung zwischen Verlegern und Journalistenverbänden wurde ebenfalls in Betracht gezogen. Strelitz betonte, dass ein solches Gesetz eine verfassungsrechtliche Frage sei. Der hjv-Vorsitzende Hans-Jürgen Hoyer hingegen bevorzugte eine tarifvertragliche Lösung auf der Grundlage eines Bundesgesetzes [6].

Allerdings wurden diese Bemühungen durch einen plötzlichen Regierungswechsel in Bonn unterbrochen. In der Regierungserklärung des Kabinetts Willy Brandt/Walter Scheel wurde festgehalten, dass "zur Pressefreiheit die Freiheit in der Presse und in den Medien gehört." Trotz zahlreicher Entwürfe legte der Hessische Journalisten-Verband im März 1976 einen eigenen Entwurf vor. Die hessische Landesregierung verwies jedoch auf die Bundesregierung und diese empfahl eine tarifvertragliche Lösung. Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) entschied, das Thema nicht weiter zu verfolgen, und Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) drückte seine Zurückhaltung aus.

Im Jahr 1973 forderten die Wiesbadener Leitlinien liberaler Medienpolitik sogar eine Regelung der Rechtsverhältnisse der Medien im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung des Bundes. Mindestens sollte der Bund seine Rahmenkompetenz voll ausschöpfen.

1973 nahm der Hessische Journalisten-Verband den neuen Pressekodex in seine Satzung auf.

Im Jahr 1974 gelang es dem hjv zusammen mit dem Bundesverband DJV, mit dem Bundesverband Druck den ersten Manteltarifvertrag für Redakteure bei Zeitschriften abzuschließen. Doch die erneuten Tarifgespräche im Jahr 1976 mit dem Bundesverband scheiterten. Der hjv und der Deutsche Journalisten-Verband lehnten einen Streikaufruf der IG Druck und Papier ab und warnten vor negativen Folgen, insbesondere für freie Journalisten.

Auf ihrem Landesparteitag im November 1977 verabschiedete die CDU Hessen einen sicherheitspolitischen Leitsatz, den der Hessische Journalisten-Verband als Versuch wertete, Journalisten bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in die Nähe von Terroristen zu rücken, um kritische Berichterstattung unter dem Deckmantel der "Sicherheitspolitik" zu bekämpfen.

Im Jahr 1978 lösten sich die Hessischen Verleger aus dem Tarifvertrag für feste Freie (§ 12a). Dies geschah nur wenige Monate nachdem der DJV auf Bundesebene diesen Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalisten mit dem Bundesverband der Zeitungsverleger (BDZV) abgeschlossen hatte. Der hjv versuchte, die Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages beim Bundesarbeitsministerium durchzusetzen, stieß jedoch auf rechtliche Hürden.

Im März 1979 forderte der Verbandstag Bundeskanzler Helmut Schmidt auf, sein Versprechen von Dezember 1979 umzusetzen und ein Bundes-Presserechts-Rahmengesetz vorzulegen. Dieses sollte in Kraft treten, falls keine Einigung zwischen Verlegern und Journalistenverbänden erzielt wurde. Bis zur Mitte der Legislaturperiode kam es jedoch weder zu einer einvernehmlichen Regelung der inneren Pressefreiheit noch zur Einführung von Redaktionsstatuten.

Die 1970er Jahre waren geprägt von intensiven Bemühungen und Diskussionen über die Pressefreiheit und Tarifverträge, die den Hessischen Journalisten-Verband vor verschiedene Herausforderungen stellten.

Die 1980er Jahre: Fortschritte und Herausforderungen

Die 1980er Jahre waren für den Hessischen Journalisten-Verband (hjv) von neuen Entwicklungen und wichtigen Entscheidungen geprägt.

Im Jahr 1980 unternahm der hjv einen erneuten, jedoch erfolglosen Versuch, Änderungen am hessischen Pressegesetz herbeizuführen. Ministerpräsident Holger Börner hatte dem Geschäftsführenden Vorstand empfohlen, Vorschläge für Verbesserungen vorzulegen, die jedoch letztlich ignoriert wurden.

In den frühen 1980er Jahren stand der hjv unter Druck, sich mit anderen Gewerkschaften zu fusionieren. Die Bemühungen von drei Spartengewerkschaften - IG Druck und Papier, Rundfunk-Fernseh-Film-Union (RFFU) und DJV - zur Gründung einer großen Mediengewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) scheiterten jedoch endgültig am 6. April 1984 in Köln. Dies geschah aufgrund des massiven Widerstands des damaligen hessischen Vorsitzenden Gernot Raue, der wie viele Mitglieder eine Einschränkung der journalistischen Freiheit durch eine Mediengewerkschaft innerhalb des DGB befürchtete. Der hjv blieb eigenständig.

Am 25. August 1981 betonte der Vorstand des Hessischen Zeitungsverlegerverbandes in Schlangenbad gegenüber dem hjv, dass sie aus grundsätzlichen Erwägungen gegen eine tarifliche Regelung für freie Journalisten seien. Sie argumentierten, dass die Einführung des §12a in das Tarifvertragsgesetz durch den Gesetzgeber 1974 lediglich die Möglichkeit eines Tarifvertrages für arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter eröffne, ihn aber nicht vorschreibe.

Im Oktober 1982 wurden bei einem Pressegespräch zum 78. Deutschen Bädertag in Bad Orb mehrere Journalisten von einer Pressekonferenz ausgeschlossen. Zwei Journalisten wurden auf Anweisung des Kurdirektors trotz vorheriger Zulassung per Telefon aus dem Saal verwiesen. Der Hessische Journalisten-Verband protestierte gegen diesen deutlichen Eingriff in die Pressefreiheit.

Seit dem Verbandstag im Jahr 1989 gibt der hjv eine eigene Mitgliederzeitschrift heraus. Sie startete unter dem Titel "hjv im Blickpunkt" und trägt heute den Namen "Blickpunkt - Journalismus in Hessen".

Die 1980er Jahre waren für den Hessischen Journalisten-Verband geprägt von der Verteidigung der journalistischen Freiheit und der Ablehnung von Fusionen mit anderen Gewerkschaften, während gleichzeitig wichtige Schritte unternommen wurden, um die Mitglieder besser zu informieren.

Die 1990er Jahre: Herausforderungen und Erfolge

Die 1990er Jahre waren für den Hessischen Journalisten-Verband (hjv) von bedeutenden Entwicklungen und Herausforderungen geprägt.

Im Mai 1990 führten Tarifverhandlungen des hjv gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband und der IG Medien mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger zu einem landesweiten Streik von Redakteuren und Journalisten an über 130 Tageszeitungen. Dieser Streik führte schließlich zur Unterzeichnung eines Manteltarifvertrags, eines Gehaltstarifvertrags und eines Ausbildungstarifs, die wichtige Errungenschaften für die Beschäftigten in der Branche darstellten.

Im Jahr 1997 kündigten die Verleger jedoch diese Tarifverträge, was erneute Streiks zur Folge hatte. Bei den Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden hatten der Hessische Journalisten-Verband, der Deutsche Journalisten-Verband und die IG Medien eine herausfordernde Position inne.

Die 1990er Jahre waren somit eine Zeit, in der der hjv und seine Partnerorganisationen für die Rechte und Interessen der Journalisten kämpften, sei es in Tarifverhandlungen oder bei der Verteidigung bereits erreichter Vereinbarungen. Trotz der Schwierigkeiten in den Verhandlungen gelang es, wichtige Tarifverträge für die Branche abzuschließen und die journalistische Arbeit zu stärken.

Die 2000er Jahre: Wandel und Auszeichnungen

Die ersten Jahre des neuen Jahrtausends brachten wichtige Veränderungen und Auszeichnungen für den Deutschen Journalisten-Verband Landesverband Hessen e.V. (DJV Hessen e.V.).

Zu Beginn des Jahres 2000 erfolgte die Verlegung der Geschäftsstelle von Frankfurt am Main in die Landeshauptstadt Wiesbaden. Dieser Schritt wurde unter anderem aufgrund stark gestiegener Mietpreise in Frankfurt unternommen.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 veränderten die politische Lage nachhaltig und hatten auch Auswirkungen auf den Journalismus. Im Zuge dieser Ereignisse wurden vermehrt Gesetzesvorschläge eingereicht, die unter dem Vorwand des Schutzes vor Terrorismus die Pressefreiheit massiv einschränken wollten.

Im Jahr 2004 fanden die größten Streiks von Tageszeitungsredakteuren seit 1990 statt. Das Ziel dieser Streiks war es, Arbeitszeitverlängerungen sowie Kürzungen bei Urlaub und Urlaubsgeld zu verhindern.

Am 9. März 2005 erfolgte eine Umbenennung der Gewerkschaft, die sich fortan im Vereinsregister als "Deutscher Journalisten-Verband Landesverband Hessen e.V." (DJV Hessen e.V.) eintragen ließ.

Ab dem Jahr 2006 vergibt der DJV Hessen jährlich den "Hessischen Journalistenpreis" in Zusammenarbeit mit der Sparda-Bank Hessen. Im Rahmen dieses Preises wurden zahlreiche herausragende Journalisten für ihr Lebenswerk und ihre publizistischen Leistungen in verschiedenen Ressorts ausgezeichnet. Der Preis würdigt journalistische Beiträge, die zur Stärkung der einzigartigen Identität Hessens beitragen.

Seit dem Jahr 2007 veranstaltet der DJV Hessen gemeinsam mit dem Landesverband Thüringen den Fotowettbewerb "Pressefoto Hessen-Thüringen". Hunderte Bildjournalisten reichen jedes Jahr ihre Arbeiten ein, die Ereignisse in den Bundesländern Hessen und Thüringen widerspiegeln. Die Preisverleihung findet im Wechsel jährlich im Landtag in Wiesbaden und in Erfurt statt, und in den Jahren 2020 und 2021 erfolgte die Ehrung der Preisträger aufgrund der Corona-Pandemie online.

Seit dem Jahr 2009 führen Fotografen und Bildjournalisten einmal im Jahr die Aktion "Fotografen haben Namen" durch, bei der sie die hessischen Tageszeitungen auf die Kennzeichnung ihrer Bilder hin überprüfen. Hintergrund dieser Aktion ist, dass Fotografen gemäß § 13 des Urheberrechtsgesetzes das Recht haben, dass ihr Name am Bild abgedruckt wird. Leider ergab die Auswertung, dass nur rund 30 Prozent der Bilder in Hessen mit dem Namen des Fotografen gekennzeichnet sind. Für Abdrucke ohne Namen können Fotografen Strafzuschläge von 100 % auf ihr Honorar verlangen, doch diese werden nur selten geltend gemacht.

Die 2010er Jahre: Herausforderungen und Auszeichnungen

Die Jahre zwischen 2010 und 2019 waren für den Deutschen Journalisten-Verband Landesverband Hessen e.V. (DJV Hessen e.V.) von verschiedenen Entwicklungen und bedeutsamen Ereignissen geprägt.

Am 21. November 2012 konnte der DJV Hessen einen Erfolg vermelden, nachdem er über längere Zeit öffentlichen Druck auf das Medienhaus Südhessen in Darmstadt ausgeübt hatte. Die Arbeitgeber von Medienhaus Südhessen GmbH, Echo Druck und Service GmbH sowie Echo Zeitungen GmbH gaben gemeinsam mit dem Betriebsrat bekannt, dass sie auf die geplante Tarifflucht verzichten würden. Dies bedeutete, dass die Mitarbeiter keine Sorge vor einem Wechsel in tariflose Betriebe mehr hatten.

Im Jahr 2013 ging der DJV Hessen gegen die hessische Polizei und das Innenministerium vor, nachdem die Wohnungen von acht freien Pressefotografen in Frankfurt am Main und anderen Städten durchsucht worden waren. Diese Durchsuchungen hatten das Ziel, mögliche Fotos von einem Angriff auf einen Polizisten bei einer Demonstration sicherzustellen. Sie wurden jedoch als Verstoß gegen das Grundrecht auf Pressefreiheit und gegen rechtliche Bestimmungen angesehen, darunter das Zeugnisverweigerungsrecht (§ 53 StPO) und das Beschlagnahmeverbot (§ 97 StPO), sowie gegen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Bereits 2007 hatte das Cicero-Urteil festgestellt, dass Durchsuchungen bei Journalisten nur dann zulässig sind, wenn sie selbst nachweislich eine Straftat begangen haben.

Seit dem 30. Mai 2015 organisiert der DJV Hessen gemeinsam mit der Jugendpresse Hessen, dem Presseclub Wiesbaden und der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) jährlich den Hessischen Jungjournalistentag in Frankfurt am Main. Dieses kostenfreie Event ermöglicht Nachwuchsjournalisten den Austausch mit Experten aus der Medienbranche und anderen jungen Medienmachern. Netzwerken und Workshops zur Fortbildung stehen im Mittelpunkt, und seit 2016 wird die Veranstaltung zusätzlich per Facebook-Live übertragen. Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste die Veranstaltung seit 2020 pausieren, wird aber ab 2023 wieder fortgesetzt.

Am 23. Juni 2017 wurde Knud Zilian zum Vorstandsvorsitzenden des DJV Hessen gewählt.

Seit 2018 vergibt der DJV Hessen jährlich am 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, die "Feder für die Pressefreiheit". Diese Auszeichnung würdigt Personen oder Organisationen, die sich in besonderer Weise für die Pressefreiheit und den Journalismus engagieren.

Die 2010er Jahre waren somit eine Zeit, in der der DJV Hessen wichtige Auseinandersetzungen führte, Erfolge erzielte und die Nachwuchsförderung im Journalismus vorantrieb.

Seit 2020

Am 3. Mai 2022, anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit, hat der DJV Hessen gemeinsam mit seinen Mitgliedern in Frankfurt am Main ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Ziel dieser Aktion war es, den im Russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verfolgten und getöteten Journalisten zu gedenken. Vor dem russischen Konsulat wurde gegen den Krieg protestiert und die Aufmerksamkeit auf die unterdrückte Pressefreiheit in Russland gelenkt.

In diesem Zusammenhang äußerte der Erste Vorsitzende des DJV Hessen, Knud Zilian, folgende Worte: "In Russland gibt es keine freie Presse mehr, was bleibt ist die Propaganda des Staats – und wohin das führt haben wir in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 erlebt."

Diese beeindruckende Kundgebung verdeutlicht das Engagement des DJV Hessen für die Pressefreiheit und seine Solidarität mit bedrohten Journalisten weltweit. Sie unterstreicht die Wichtigkeit einer freien und unabhängigen Presse für eine offene Gesellschaft.

Tag der Pressefreiheit 2022

Am „Internationalen Tag der Pressefreiheit 2022” demonstrierte der DJV Hessen in Frankfurt am Main vor dem russischen Konsulat. Mika Beuster, Mitglied des Bundesvorstandes, und Knud Zilian, Erster Vorsitzender des DJV Hessen, führten den Demonstrationszug an.