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Unsere Chronik

Unsere Ehrenvorsitzende und Ehrenmitglieder im Portrait

Ehrenmitglieder sind für uns von großer Bedeutung aus mehreren Gründen:

Anerkennung und Wertschätzung

Die Ernennung einer Person zum Ehrenmitglied ist eine bedeutende Form der Anerkennung und Wertschätzung für ihre langjährigen Verdienste und ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Organisation. Es ist eine Möglichkeit, öffentlich Danke zu sagen und die Arbeit und Hingabe zu ehren.

Motivation

Ehrenmitgliedschaft kann als Anreiz für aktive Mitglieder dienen, sich stärker zu engagieren und herausragende Leistungen zu erbringen. 

Erfahrung und Beratung

Ehrenmitglieder bringen oft eine Fülle von Erfahrungen und Fachwissen mit sich. Das ist für den DJV Hessen von unschätzbarem Wert. Sie können als Mentoren dienen, jüngere Mitglieder beraten und ihr Wissen weitergeben.

Reputation und Glaubwürdigkeit

Die Anwesenheit von Ehrenmitgliedern in einer Organisation kann zu ihrer Glaubwürdigkeit und ihrem Ansehen beitragen. Es kann für externe Interessengruppen und Partnerorganisationen ein Zeichen dafür sein, dass die Organisation von hoch angesehenen Personen unterstützt wird.

Netzwerke und Verbindungen

Ehrenmitglieder haben oft umfangreiche Netzwerke und Kontakte in ihrer Branche oder ihrem Bereich. Dies kann der Organisation helfen, Partnerschaften einzugehen, Ressourcen zu beschaffen und ihre Reichweite zu erweitern.

Kontinuität

Ehrenmitglieder können dazu beitragen, die Kontinuität und Stabilität einer Organisation sicherzustellen. Sie bleiben oft auch nach ihrer aktiven Mitgliedschaft in der Organisation engagiert und unterstützen sie weiterhin.

Symbolischer Wert

Ehrenmitglieder symbolisieren die Identität und die Werte einer Organisation. Sie stehen für diejenigen Prinzipien und Ideale, für die die Organisation eintritt.

Insgesamt tragen Ehrenmitglieder wesentlich dazu bei, den langfristigen Erfolg und die Nachhaltigkeit einer Organisation zu sichern. Ihre Anerkennung und ihr Beitrag tragen dazu bei, die Organisation zu stärken und ihre Mission voranzutreiben.

Wir stellen unsere Ehrenvositzende und Ehrenmitglieder hier vor.

Arthur Lauinger (1947)

Ein Leben im Journalismus und die Tragödie der Verfolgung

Artur Lauinger, geboren am 23. August 1879 in Augsburg, war ein deutscher Wirtschaftsjournalist mit einer beeindruckenden Karriere, die jedoch durch die dunklen Schatten des Holocausts überschattet wurde. Sein Lebensweg zeichnet sich durch bemerkenswerte berufliche Leistungen und einen schmerzhaften Kampf gegen Diskriminierung und Verfolgung aus.

Die Anfänge einer vielversprechenden Karriere

Lauinger erhielt seine Bildung in Karlsruhe und setzte sein Studium in Tübingen und München fort. Seine journalistische Laufbahn begann im Jahr 1902, als er als Handelsredakteur und Börsenredakteur für das renommierte Berliner Tageblatt schrieb. Doch seine eigentliche Wirkungsstätte sollte die Frankfurter Zeitung werden, in deren Wirtschaftsressort er im Oktober 1907 wechselte. Hier sollte er über drei Jahrzehnte in leitender Position arbeiten, und sein Fachgebiet wurde das Versicherungswesen.

Engagement und Einsatz für den Journalismus

Artur Lauinger engagierte sich auch in journalistischen Organisationen. Vor 1933 war er der Erste Vorsitzende des Vereins der Frankfurter Presse. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten begannen düstere Zeiten für ihn.

Der Albtraum des Holocausts

Im Juni 1937 wurde Lauinger aus der Redaktion der Frankfurter Zeitung entlassen und erhielt aufgrund seiner jüdischen Herkunft ein Berufsverbot. Im November 1938 wurde er denunziert, verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Dies war nur der Anfang eines langen Leidensweges.

Exil und Neuanfang

Noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 gelang es Lauinger, nach England zu fliehen. Dort arbeitete er als freier Mitarbeiter für britische und Schweizer Zeitungen und trug seinen Teil zur Informationsverbreitung während des Krieges bei. Später fand er Anstellung bei einer Versicherungsgesellschaft und war schließlich in einer bescheidenen Position bei der Oxford Olympia Press tätig.

Rückkehr nach Deutschland

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Lauinger 1946 nach Frankfurt am Main zurück. Er schrieb für verschiedene Zeitungen, darunter die Stuttgarter Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Besonders bemerkenswert war seine Zeit als Chefredakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft, die von Alex Möller gegründet wurde.

Engagement für den Journalismus und die Pressefreiheit

Lauinger setzte sich aktiv für die journalistische Gemeinschaft ein und war an der Neugründung des Versorgungswerks der Presse beteiligt. Darüber hinaus hielt er Gastvorlesungen an der Universität Frankfurt und blieb auch nach seiner offiziellen Pensionierung journalistisch aktiv.

Eine schmerzhafte Erinnerung

Die Tragödie des Holocausts verfolgte Lauinger auch in der Nachkriegszeit. Sein Buch "Jud Süß" wurde Teil einer Ausstellung über die Ausplünderung der jüdischen Gemeinschaften während der Nazi-Herrschaft. Obwohl er sein Eigentum unter Zwang zu einem Bruchteil seines Wertes verkaufen musste, erhielt er keine Entschädigung.

Ehrungen und Erbe

Trotz aller Widrigkeiten und Leiden wurde Artur Lauinger für seine Verdienste geehrt. Er wurde Ehrenvorsitzender des Verbandes der Berufsjournalisten in Hessen (heute DJV Hessen) und erhielt das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland sowie die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main.

Artur Lauinger verstarb am 15. Oktober 1961 in Frankfurt am Main. Sein Leben war geprägt von journalistischem Engagement, Tapferkeit in dunklen Zeiten und dem unermüdlichen Einsatz für die Pressefreiheit und die journalistische Gemeinschaft. Seine Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer des Holocausts zu bewahren und die Prinzipien der Pressefreiheit und der Menschenrechte zu verteidigen.

Karl Rudolf ‚Rudi‘ Eims (1963)

Ein Journalist und Kritiker der Justiz

Karl Rudolf 'Rudi' Eims wurde am 13. Mai 1897 in Geringswalde geboren und verstarb am 31. Januar 1975 in Frankfurt am Main. Er war ein deutscher Journalist, der insbesondere für seine Arbeit als Redakteur bei der Frankfurter Rundschau bekannt ist. Seine journalistische Karriere erstreckte sich über Jahrzehnte und zeichnete sich durch sein besonderes Engagement für die Aufarbeitung der NS-Verbrechen und die kritische Beobachtung der Justiz aus.

Frühe Jahre und politisches Engagement

Eims war bereits früh politisch aktiv. Er trat 1917 in die Gewerkschaft ein und wurde 1923 Mitglied der SPD. Ab 1924 begann er für sozialistische Tageszeitungen und die Gewerkschaftspresse zu schreiben. In den Jahren 1926/27 absolvierte er ein Studium an der Akademie der Arbeit, was ihm ein Stipendium ermöglichte. Die Akademie der Arbeit wurde 1921 als die "erste deutsche Hochschule für das Volk der Arbeit" gegründet.

Schon vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 war Eims für die Frankfurter Volksstimme, eine sozialdemokratische Zeitung, tätig. Seine Berichterstattung in dieser Zeit wirft bis heute ein Licht auf die damalige Rechtsprechung und die politische Justiz kurz vor der Machtergreifung der Nazis. Eims persönlich erlebte Persönlichkeiten wie Roland Freisler, der später als fanatischer NS-Richter bekannt wurde, und konnte bereits vor dem Krieg auf die Probleme und die politische Polarisierung der Justiz hinweisen.

Verfolgung und KZ-Haft

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die Volksstimme verboten, und Eims geriet in Schutzhaft. Er wurde in das SA-Konzentrationslager Perlenfabrik in Frankfurt verschleppt. Seine Erfahrungen mit Willkür und Unterdrückung während der NS-Herrschaft sollten sein späteres journalistisches Engagement stark beeinflussen.

Rückkehr und journalistische Tätigkeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Eims nach Frankfurt am Main zurück. Er schrieb für verschiedene Zeitungen, darunter die Stuttgarter Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Besonders bekannt wurde er jedoch für seine Arbeit bei der Frankfurter Rundschau, bei der er als Lokalredakteur und Gerichtsberichterstatter tätig war. Dort war er auch lange Zeit Betriebsratsvorsitzender.

Kritiker der Justiz und NS-Aufarbeitung

Eims spielte eine wichtige Rolle bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen und der politischen Justiz. In den Jahren 1946 bis 1950 begleitete er mehr als 100 Spruchkammerverfahren und rund 30 Strafverfahren gegen NS-Täter. Seine Arbeit als Journalist war mehr als nur Berichterstattung – er war ein Kritiker der Justiz und trug aktiv zur Meinungsbildung in der unmittelbaren Nachkriegszeit bei.

Kritik an Homosexuellenprozessen

Eims übte auch scharfe Kritik an den Frankfurter Homosexuellenprozessen von 1950/1951. Er machte auf die Praxis von Staatsanwaltschaft und Polizei aufmerksam, Sexarbeiter als Kronzeugen zu instrumentalisieren, und kritisierte die Prozesse als eine "Aktion" gegen die Homosexuellen.

Engagement für den Journalismus

Eims war einer der treibenden Kräfte des Deutschen Journalisten-Verbands und verstand die Journalistenorganisation als gewerkschaftlichen Verband. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main. 1973 wurde ihm das Goldene Parteiabzeichen der SPD verliehen.

Karl Rudolf 'Rudi' Eims starb 1975 in Frankfurt am Main, und seine Beerdigung wurde von einer großen Anteilnahme begleitet. Sein Nachlass befindet sich im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte. Seine Lebensgeschichte erinnert uns an die Wichtigkeit des Journalismus in der Aufarbeitung von historischen Verbrechen und als Hüter der Pressefreiheit und der Menschenrechte.

Hans Joachim Friedrich (1989)

Ein Leben im Journalismus und sozialen Engagement

Hans Joachim Friedrich wurde im Juli 1921 in Alt-Grottkau, Schlesien, geboren, und verstarb am 23. Mai 2012. Er war ein deutscher Journalist und erhielt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Frühe Jahre und Kriegsdienst

Bereits im Alter von 17 Jahren begann Friedrich seine journalistische Karriere als freier Mitarbeiter für die Schlesische Landespost und das Neisser Tageblatt. Sein Weg zum professionellen Journalismus war jedoch nicht geradlinig. Während des Zweiten Weltkriegs diente er zehn Jahre lang und verbrachte eine Zeit in russischer Kriegsgefangenschaft. Erst 1949 wurde er nach Alfeld (Leine) entlassen. Dort arbeitete er in einer Papierfabrik und absolvierte gleichzeitig ein zweijähriges Fernstudium in Journalistik und Schriftstellerei, trotz seiner Tag- und Nachtschichtarbeit.

Journalistische Laufbahn

Im Jahr 1961 trat Friedrich als Redakteur beim Gießener Anzeiger ein, nachdem er zuvor als freier Mitarbeiter tätig war. Während seiner Zeit beim Gießener Anzeiger war er für verschiedene Ressorts verantwortlich, darunter Sonderseiten, Politik und Lokales. Er arbeitete mehr als zwanzig Jahre in verschiedenen leitenden Positionen, darunter als Ressortleiter, Redaktionsleiter und Hauptredakteur, bis zu seinem Ruhestand.

Soziales Engagement

Parallel zu seiner journalistischen Arbeit engagierte sich Friedrich aktiv in sozialen Angelegenheiten. Er führte den Orts- und Landesverband im Zentralverband der Sozialversicherten, Rentner und Hinterbliebenen und war Mitglied im Bundesvorstand. Er beriet persönlich Mitglieder in sozialpolitischen Fragen und trug sein umfangreiches sozialpolitisches Wissen in die Arbeit dieser Organisationen ein. Als Betriebsrat setzte er sich ebenfalls für die Belange der Arbeitnehmer ein und war Mitglied in der Landsmannschaft der Schlesier.

Engagement im Journalismusverband

Im Januar 1975 übernahm Friedrich die Position des Ersten Vorsitzenden des Ortsverbandes Gießen des hessischen Journalisten-Verbands (heute DJV Hessen). In dieser Funktion war er Mitglied des Erweiterten Vorstandes für 24 Jahre, bis 1999. Er war seit 1961 Mitglied des DJV. 1989 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Anerkennung für sein Engagement erhielt er 1998 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Kassenprüfer und Astrologe

Zwischen 1992 und 2005 war Friedrich als Kassenprüfer des Hessischen Journalisten-Verbandes tätig. Zusätzlich zu seiner journalistischen Arbeit interessierte er sich seit den 1950er Jahren für Astrologie und erstellte wöchentliche Horoskope für den Gießener Anzeiger sowie für Freunde und Bekannte.

Hans Joachim Friedrich führte ein erfülltes Leben, das von seiner Leidenschaft für den Journalismus und seinem starken sozialen Engagement geprägt war. Sein Wirken als Journalist und sein Einsatz für soziale Belange werden in Erinnerung bleiben.

Hans Joachim Friedrich

Georg Schwinghammer (1989)

Ein Leben im Journalismus und sozialem Engagement

Georg Schwinghammer wurde im Jahr 1916 in Algund, Südtirol, geboren und verstarb am 2. Februar 1999 in Dillenburg. Er war ein renommierter deutscher Journalist.

Leben

Georg Schwinghammer wuchs in der Ära der k.u.k.-Donaumonarchie auf und besuchte Schulen in Bozen, Innsbruck und später im tschechischen Eger. Bereits in jungen Jahren engagierte er sich in der Jugendabteilung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei. Gleichzeitig begann er seine journalistische Karriere als nebenamtlicher Journalist beim "Karlsbader Volkswillen". Zwischen 1935 und 1937 absolvierte er ein Volontariat bei der liberalen und deutschsprachigen Tageszeitung "Prager Presse". In dieser Zeit war Prag ein Treffpunkt für viele deutsche Politiker und Schriftsteller, die vor den Nationalsozialisten geflohen waren. Diese Kontakte förderten Schwinghammers berufliche Entwicklung, und er stieg bis zum Wirtschaftsredakteur auf. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Jahr 1938 wurde die Zeitung von den Nationalsozialisten eingestellt, und 1939 wurde Schwinghammer aufgrund der Reichsschrifttumskammer mit einem Berufsverbot belegt.

Ende 1946 zog Schwinghammer nach Wetzlar und wurde Mitarbeiter der "Neuen Wetzlarer Zeitung". Er leitete die Außenredaktion in Dillenburg und verlegte seinen Wohnsitz dorthin. Im Jahr 1961 wechselte er zur Zentrale der Zeitungsgruppe Lahn-Dill und übernahm die Leitung der Ressorts Politik und Nachrichten, die er bis 1980 innehatte. Ab 1976 bekleidete er die Position des Geschäftsführenden Redakteurs der Zeitung.

1947 war Schwinghammer eines der Gründungsmitglieder des Verbands der Berufsjournalisten in Hessen (heute DJV Hessen) und engagierte sich als Obmann des Wetzlarer Ortsverbandes. Von 1967 bis 1987 nahm er in wechselnden Funktionen im Landesvorstand des Verbands teil und leitete zusätzlich die Schlichtungskommission.

Von 1977 bis 1985 gehörte er dem Deutschen Presserat an und war über einen längeren Zeitraum Vorsitzender des Beschwerdeausschusses. Er schlug vor, die finanzielle Lage des Selbstkontrollgremiums durch die Einführung eines Presseratspfennigs pro Jahr und Auflage zu verbessern, doch dieser Vorschlag fand keine Mehrheit.

Obwohl er 1980 in den Ruhestand ging, war Schwinghammer von 1982 bis 1992 freiberuflicher Chefredakteur der Zeitschrift "Tribüne", die in Frankfurt am Main erschien und sich dem besseren Verständnis des Judentums widmete.

Ehrungen

Für seine herausragenden Verdienste wurde Georg Schwinghammer mehrfach geehrt. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz der Ersten Klasse und im Jahr 1981 die Wilhelm-Leuschner-Medaille der Hessischen Landesregierung. Am 2. September 1989 wurde er zum Ehrenmitglied im Hessischen Journalisten-Verband (heute DJV Hessen) ernannt.

Georg Schwinghammer hinterließ ein beeindruckendes Vermächtnis als Journalist und Sozialpolitiker und wird für seine wichtigen Beiträge zur deutschen Presse und Gesellschaft in Erinnerung bleiben.

Hans Hartmann (1990)

Ein Leben im Dienst des Journalismus

Hans Hartmann wurde am 27. Mai 1927 in Fulda geboren und verstarb am 20. Oktober 2015. Er war ein renommierter deutscher Journalist, dessen beruflicher Werdegang von leidenschaftlichem Engagement und vielfältigen Erfahrungen geprägt war.

Nach seinem Abitur begann Hans Hartmann seine journalistische Laufbahn bei der Fuldaer Volkszeitung (VZ / FVZ). Seine Fähigkeiten und sein Engagement wurden schnell erkannt, und er erhielt eine Anstellung bei der Nachrichtenagentur DENA, die eine Vorläuferin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) war. Ab Januar 1949 übernahm er die Vertretung der amerikanischen Agentur UP für Fulda und den osthessischen Raum. 

Im Jahr 1951 kehrte er zur dpa zurück, bevor er als Redakteur zur FVZ zurückkehrte. Sein journalistischer Weg führte ihn 1953 in die Hessenredaktion der renommierten Frankfurter Rundschau (FR). Doch seine längste und bedeutendste Station sollte seine Zeit beim "Wiesbadener Kurier" werden, wo er bis zu seinem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand als Gerichtsberichterstatter tätig war.

In Wiesbaden übernahm Hans Hartmann jahrelang die Position des Ortsverbandsvorsitzenden des Hessischen Journalisten-Verbands, wodurch er auch Mitglied im Erweiterten Vorstand wurde. Er war nicht nur ein hervorragender Journalist, sondern auch ein hingebungsvoller Organisator. Über viele Jahre hinweg leitete er den Wiesbadener Journalistenstammtisch, auch bekannt als die "Donnerstagsrunde", und begrüßte zahllose prominente Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. Egal, ob es sich um Minister oder Karnevalspräsidenten handelte, Hans Hartmann hatte stets eine besondere Gabe, Menschen zusammenzubringen.

Sein Engagement beschränkte sich nicht nur auf lokale Treffen. Auf Verbandstagen, sei es auf Landes- oder Bundesebene, brachte er seine Erfahrung und Leidenschaft ein. Er gehörte zu den Aktivisten, die die Verbandspolitik im deutschen Journalisten-Verband mitgestalteten, und wurde 1990 aufgrund seiner bedeutenden Beiträge zum Ehrenmitglied ernannt.

Hans Hartmanns Lebenswerk ist ein beeindruckendes Zeugnis für sein Engagement im Journalismus und seine Fähigkeit, Menschen zu inspirieren und zu verbinden. Sein Beitrag zur journalistischen Landschaft und zur Verbandspolitik wird in bleibender Erinnerung bleiben.

Hans Hartmann

Werner Marcos (1992)

Ein Leben im Zeichen des Journalismus und des Engagements

Werner Marcos, geboren in Krefeld, war ein deutscher Journalist, der sich nicht nur seiner beruflichen Karriere widmete, sondern auch aktiv in zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten und journalistischen Organisationen engagiert war. Sein Lebensweg zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der Stadt Marburg, in der er viele Jahre lebte.

Seine journalistische Laufbahn begann in Marburg im Jahr 1938, wo er bei der Elwert'schen Universitätsbuchhandlung eine Lehre absolvierte. Nach einer kurzen Station als Buchhändler in Leipzig wurde er während des Zweiten Weltkriegs zum Militärdienst einberufen. Nach Kriegsende im November 1945 begann er ein Volontariat bei der Marburger Presse und wurde später Redakteur für Sport und Jugendfragen. 

Werner Marcos blieb seiner Heimatstadt Marburg stets treu und arbeitete auch als freier Journalist vor Ort. Neben seiner journalistischen Tätigkeit engagierte er sich in vielen Ehrenämtern, darunter der Vorsitz des Verkehrsvereins und der Arbeiterwohlfahrt. Zwölf Jahre lang war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, während er weiterhin journalistisch aktiv war. Seine wohlwollende Berichterstattung über die Stadt Marburg wurde vom damaligen Oberbürgermeister Hanno Drechsler besonders hervorgehoben, als ihm die Ehrenmedaille der Stadt verliehen wurde.

Werner Marcos spielte auch eine bedeutende Rolle bei der Gründung des Verbandes der Berufsjournalisten in Hessen im Jahr 1947. Er übernahm verschiedene Ämter im Verband und war insbesondere als Zweiter Vorsitzender von 1957 bis 1959 aktiv, als er vorübergehend die Geschäfte führen musste. Dies brachte ihm einige Probleme ein, da ihm Fehlinvestitionen und umstrittene Ausgaben vorgeworfen wurden. Dennoch setzte er sich mit großem Engagement für die Belange der freien Journalisten ein, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene.

Werner Marcos verstarb 1992 an den Folgen einer Krebserkrankung. Sein Einsatz für den Journalismus und sein Beitrag zur journalistischen Gemeinschaft wurden gewürdigt, als der DJV Hessen ihn zu seinem Ehrenmitglied ernannte. Sein Leben steht als Beispiel für die Bedeutung von Engagement und Hingabe, sowohl im Beruf als auch in der Gesellschaft.

Friedrich Franz Sackenheim (1997)

Ein Leben im Dienst des Journalismus und der Gesellschaft

Friedrich Franz Sackenheim, auch liebevoll "FriFra" genannt, wurde am 18. Oktober 1926 in Frankfurt am Main geboren und verstarb am 24. Januar 2011 in Berlin. Er war ein renommierter deutscher Journalist und spielte eine bedeutende Rolle in der Welt des Journalismus sowie in ehrenamtlichen Organisationen.

Sein Leben begann während einer Zeit großer Veränderungen in Deutschland. Im Jahr 1944 beantragte er die Mitgliedschaft in der NSDAP und wurde noch im selben Jahr aufgenommen. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1946 begann er seine journalistische Karriere als freier Mitarbeiter bei Jugendzeitschriften und im Rundfunk.

Im Jahr 1949 trat er eine Stelle als Zeitungsvolontär beim Berliner Telegraf an und blieb der Stadt Berlin als Redakteur treu. 1957 wechselte er zum Hessischen Rundfunk und wurde 1958 Chef vom Dienst bei der Hessenrundschau, später Abteilungsleiter. In den Jahren von 1962 bis 1971 hatte er die Position des stellvertretenden Chefredakteurs und Leiters der Nachrichtenabteilung inne. Ab 1971 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1991 bekleidete er das Amt des Chefredakteurs und war zugleich stellvertretender Programmdirektor für den Hörfunk des Hessischen Rundfunks. Während seiner Amtszeit wurde der Radiosender hr4 gegründet, der sich schnell mit volkstümlicher Musik und regionalen Nachrichten großer Beliebtheit erfreute. Darüber hinaus setzte er sich für die Einrichtung eines Studios zur Live-Berichterstattung an der Frankfurter Wertpapierbörse ein.

Sackenheim war nicht nur ein versierter Journalist, sondern auch ein engagierter politischer Kopf. Er leitete die Hauptabteilung, die für Nachrichten, Politik, Wirtschaft und Sport verantwortlich war, mit großem Einsatz. Er bemühte sich um eine angemessene Vertretung des Hessischen Rundfunks im weltweiten ARD-Korrespondentennetzwerk und pflegte Kontakte zur Politik in Wiesbaden und Bonn. Bundesweit bekannt war er auch als überzeugter Verfechter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Friedrich Franz Sackenheim trat am 1. Oktober 1949 dem Verband der Berufsjournalisten in Hessen bei, der heute als DJV Hessen bekannt ist. Er war einer der Mitbegründer der Walter-Kolb-Stiftung, die sich für die Förderung des Zweiten Bildungsweges durch die Vergabe von Stipendien einsetzte. In den Jahren von 1963 bis 1981 bekleidete er verschiedene Ämter im Vorstand des Verbandes, der mittlerweile als Hessischer Journalisten-Verband (hjv) bekannt war. Von 1976 bis 1981 vertrat er den hjv im Deutschen Presserat. Ab 1981 war Sackenheim als Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) aktiv und leitete den Bundesfachausschuss Rundfunk. Er setzte sich beharrlich für die dominierende Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens ein und warnte vor den Risiken des Privatfernsehens. Für sein unermüdliches Engagement in der Gewerkschaftsarbeit und für den Journalismus wurde er 1995 zum Ehrenmitglied des DJV und 1997 zum Ehrenmitglied des hjv ernannt.

Sein Einsatz und seine Persönlichkeit wurden auch außerhalb des Journalismus gewürdigt. In der Frankfurter Kommunalpolitik war er über 33 Jahre lang als Stadtverordneter und Stadtrat aktiv. Bei der Verleihung der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt am Main betonte er die Bedeutung von Kultur für die Stadtgesellschaft.

Friedrich Franz Sackenheim, oder "FriFra", wurde als "ein Mann des Wortes mit Witz und Charme" beschrieben. Er hinterließ ein beeindruckendes Erbe in der Welt des Journalismus und in der Gesellschaft, die er so leidenschaftlich unterstützte und prägte.

Friedrich Franz Sackenheim

Wolfgang Scheer (2000)

Ein Leben im Dienst des Journalismus und der Verbandsarbeit

Wolfgang Scheer wurde am 27. Mai 1929 in Frankfurt am Main geboren und war ein deutscher Journalist. Seine journalistische Karriere begann im August 1948 als Volontär bei der Wetzlarer Neue Zeitung, wo er später als Redakteur tätig war. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hatte er eine Leidenschaft für die Fotografie von Bauwerken.

Im Jahr 1949 wurde Wolfgang Scheer Mitglied im Verband der Berufsjournalisten in Hessen (heute DJV Hessen). Er übernahm verschiedene Ämter und spielte eine aktive Rolle in der Verbandsarbeit. Von 1979 bis 1995 bekleidete er die Position des Schatzmeisters und war anschließend vier Jahre im Landesvorstand als Besitzer aktiv. Zwischen 1988 und dem Frühjahr 2001 leitete er die Fachgruppe Tageszeitung. Darüber hinaus engagierte er sich zwischen 1966 und 1991 sowie von 1997 bis Mai 2001 maßgeblich im Ortsverband Wetzlar und später im Bezirksverband Lahn-Dill.

Sein Beitrag zur Verbandsarbeit erstreckte sich auch auf die nationale Ebene. Im November 2000 schied er nach mehr als 13 Jahren aus dem DJV-Bundesfachausschuss Tageszeitungen aus. Beim DJV-Verbandstag 2001 in Lübeck bestätigten die Delegierten ihn in seiner Funktion als Kassenprüfer. Für sein langjähriges Engagement wurde Wolfgang Scheer am 12. August 2000 zum Ehrenmitglied ernannt.

Wolfgang Scheer widmete sein Leben dem Journalismus und der Unterstützung des DJV. Seine vielfältigen Aktivitäten und seine langjährige Mitgliedschaft im Verband zeugen von seinem tiefen Engagement für den Beruf des Journalisten und die Belange seiner Kollegen.

Wolfgang Scheer

Georg Borufka (2001)

Ein Leben im Dienste des Journalismus und der Verbandsarbeit

Georg Borufka wurde am 14. November 1933 in Leitmeritz/Elbe geboren und war ein deutscher Journalist. Seine berufliche Laufbahn begann im Juni 1958 mit einem Volontariat in der Bezirksredaktion der Frankfurter Neuen Presse (FNP). In den frühen 1960er Jahren war er für vier Jahre bei den Nürnberger Nachrichten tätig, bevor er 1965 nach Frankfurt am Main zurückkehrte. Dort arbeitete er bis zu seinem Ruhestand mehr als 35 Jahre lang als Redakteur beim Regionalfernsehen des Hessischen Rundfunks in der Nachrichtensendung Hessenschau. Bekannt war er für seine charakteristische Pfeife und ist bis heute bei seinen Fernsehkollegen unvergessen.

Georg Borufka engagierte sich auch stark für den Verband der Berufsjournalisten. Er übernahm die Position des Ortsverbandsvorsitzenden in Frankfurt am Main und leitete unter anderem die Redaktionsleitung der Mitgliederzeitschrift "hjv im Blickpunkt". Sein herausragendes Engagement für den Verband wurde jedoch Ende 2000 durch eine schwere Erkrankung unterbrochen.

Als Anerkennung für seine langjährige Hingabe und seinen Einsatz für den Journalismus und den Verband wurde Georg Borufka auf dem Verbandstag im Juni 2001 in Wiesbaden zum Ehrenmitglied ernannt. Seine Arbeit und sein Beitrag zur Journalistenvereinigung werden stets in Erinnerung bleiben.

Georg Borufka

Hans Ulrich Heuser (2017)

Hans Ulrich Heuser (* 1943 in Dillenburg) ist ein renommierter deutscher Journalist mit einer beeindruckenden beruflichen Laufbahn und herausragendem ehrenamtlichem Engagement. Er prägte über viele Jahre den Deutschen Journalisten-Verband Hessen (DJV Hessen) und wurde für seine Verdienste mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt.

Nach dem Besuch der Fachhochschule absolvierte Heuser ein Betriebswirtschaftsstudium und begann seine journalistische Karriere mit einem Volontariat. In verschiedenen Tageszeitungen war er als Lokalredakteur in den Ressorts Lokales, Wirtschaft und Nachrichten tätig. Besonders hervorzuheben ist seine Rolle als Chef vom Dienst und Leiter der Sportredaktion der Dill-Zeitung. Darüber hinaus trug er Mitverantwortung für den Wirtschaftsteil der Redaktionsgemeinschaft Oberhessische Presse, Gießener Anzeiger und Dill-Zeitung. Er wirkte auch als stellvertretender Redaktionsleiter der Dill-Ausgaben der Wetzlarer Neuen Zeitung und war verantwortlich für den Lokalsport der Dill-Ausgaben. Im Laufe seiner Karriere wechselte er in die Nachrichtenredaktion der Wetzlarer Neuen Zeitung und wurde schließlich freier Sportjournalist. Zusätzlich zu seiner journalistischen Tätigkeit verfügt Heuser über militärische Erfahrung als Oberleutnant der Reserve, der an der Ausbildung von Presseoffizieren der Bundesluftwaffe an der Offiziersschule in Fürstenfeldbruck beteiligt war.

Im Jahr 1966 trat Heuser dem Ortsverband Wetzlar des hessischen Journalisten-Verbands (heute DJV Hessen) bei. Sein Engagement für den Verband war beeindruckend. Er diente ein Jahrzehnt lang als Kassenprüfer, bevor er Beisitzer und schließlich zweiter Vorsitzender im Vorstand wurde. Im Jahr 1991 wurde er zum Ersten Vorsitzenden des Verbands gewählt, eine Position, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2017 innehatte. Während seiner Amtszeit setzte er sich nachhaltig für die Belange der Journalisten ein und initiierte die Schaffung von zwei wichtigen Auszeichnungen in Hessen, den Hessischen Journalistenpreis und den PresseFoto Hessen-Thüringen.

Aufgrund seines bemerkenswerten ehrenamtlichen Engagements erhielt Hans Ulrich Heuser im Jahr 2010 den Ehrenbrief des Landes Hessen. 2015 wurde er mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Eine seiner besonderen Leistungen war sein Einsatz für eine freie Presse, insbesondere in Thüringen nach dem Fall der Berliner Mauer. Darüber hinaus setzte sich Heuser im Verein Kinderzuhause Burbach für Familien mit mehrfach behinderten Kindern ein.

Für sein außergewöhnliches Engagement und seine Verdienste wurde Hans Ulrich Heuser im Juni 2017 auf dem Verbandstag des DJV Hessen in Wiesbaden zum Ehrenmitglied ernannt, eine Anerkennung seiner lebenslangen Hingabe für den Journalismus und die Pressefreiheit.

Weitere Informationen über Hans Ulrich Heuser bei Wikipedia.

Hans Ulrich Heuser