Nach Demonstrationen in Gießen:
DJV Hessen fordert freie und uneingeschränkte Berichterstattung
Ansprechpartner*in
Sascha Kohlhöfer
Journalisten bei den Demonstrationen in Gießen trotz Presseausweis an der Arbeit gehindert
Wiesbaden, 09.12.2025 - Bei den Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugend in Gießen kam es laut Reporterinnen und Reportern zu mehreren Einschränkungen der Berichterstattung durch die Polizei. Betroffen waren Journalistinnen und Journalisten der taz, des Evangelischen Pressedienstes (epd) sowie freier Radiosender.
Obwohl die Polizei überwiegend für einen geordneten Ablauf sorgte, berichteten Kolleginnen und Kollegen von Behinderungen ihrer journalistischen Arbeit – trotz Vorlage ihres amtlichen Presseausweises.
Dem Deutschen Journalistenverband Landesverband Hessen e.V. ist bewusst, dass eine Großdemonstration nur durch ein funktionierendes Sicherheitskonzept gelingen kann. Der Verband dankt daher den Polizistinnen und Polizisten, die am Samstag in Gießen im Einsatz waren und zur Sicherheit beigetragen haben.
Angriffe oder Behinderungen – ob durch Demonstrierende, Gegendemonstrierende oder die Polizei – stellen jedoch einen Eingriff in die freie Berichterstattung und damit in die Pressefreiheit dar.
Knud Zilian, 1. Vorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes Landesverband Hessen e.V., kritisiert die Vorfälle, von denen die Kolleginnen und Kollegen betroffen waren: „Anscheinend ist es Polizisten und Polizistinnen nicht ausreichend bewusst, dass wir eine Pressefreiheit haben und dass Journalisten und Journalistinnen auch und gerade bei Großdemonstrationen ihren Job ohne unnötige Behinderungen wahrnehmen müssen.“
Die freie Journalistin der EPD, die am Demonstrationstag über das Geschehen berichten wollte, teilte mit, dass ihr die Zufahrt zu den Hessenhallen trotz Vorlage des Presseausweises sowohl an der Heuchelheimerstraße als auch an der Lahnparkstraße von der Polizei verwehrt wurde.
Auch die taz berichtet, dass es zu Blockierungen der Berichterstattung durch die Polizei kam. Im Live-Ticker der taz wird ein Pressevertreter trotz Presseausweis nicht näher an die Aktivistinnen und Aktivisten gelassen. Auch vom Bundesverband freier Radios heißt es in einer Pressemitteilung, dass „fast alle Radioredakteur*innen in ihrer Pressearbeit behindert“ wurden.
Der DJV Hessen möchte und muss als Gewerkschaft und Berufsverband sicherstellen, dass alle Pressevertreterinnen und -vertreter ihre Arbeit frei und ohne Einschränkungen ausüben können.
„Schon mehrfach haben wir bei der Hessischen Staatsregierung und insbesondere beim Innenministerium moniert, dass Journalisten und Journalistinnen in Hessen nicht von der Polizei bei Ihrer wichtigen Aufgabe der Berichterstattung behindert werden dürfen“, betont Knud Zilian.
Der DJV Hessen fordert daher die Polizeiführung, allen voran den Hessischen Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck auf, in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Polizistinnen und Polizisten ausreichend auf den Umgang mit der Presse auch bei Demonstrationen nicht nur hinzuweisen, sondern entsprechend zu schulen. Wie auch in anderen Bundesländern ist der DJV Hessen gerne bereit, hierbei aktiv mitzuwirken.
DJV Landesverband Hessen
Knud Zilian
1.Vorsitzender DJV Hessen
Weitere Informationen zu den Vorfällen:
https://netzpolitik.org/2025/pressefreiheit-polizei-behindert-presse-bei-protesten-in-giessen/
https://taz.de/-AfD-Jugend-und-Gegenprotest-/!6133377/
Bei Rückfragen: Telefon: 0611 3419124, info@djv-hessen.de
Sie finden unsere Pressemitteilung auch unter www.djv-hessen.de
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