27.09.2017,

Verleihung des Hessischen Journalistenpreises

Wiesbaden/Frankfurt, 27. September 2017 – Zum zwölften Mal wurde gestern Abend der Hessische Journalistenpreis von der Sparda Bank Hessen in Kooperation mit dem DJV Hessen verliehen. Es wurden Arbeiten zum Thema „Stadt/Land in Hessen – Herausforderungen unterschiedlicher Entwicklungen“ gewürdigt.

Knud Zilian (r.), Vorsitzender des DJV Landesverbandes Hessen und Jurymitglied, gratuliert Werner Reinke (l.) zum Ehrenpreis 2017 für das bisherige journalistische Lebenswerk. Foto: Sonja Lehnert

Den 1. Preis erhielt Julian Staib, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seine Reportage „Die neue Stadt“ handelt vom Gallusviertel, das von den Entwicklungen im benachbarten Europaviertel direkt betroffen ist. Mit viel Verständnis für die Menschen schildere der Autor die dramatischen Brüche und behandle das Thema sensibel und sachkundig, ohne dass der Humor verloren ginge, lautete die Begründung der Jury für die Preisvergabe.

Den Ehrenpreis des Hessischen Journalistenpreises 2017 hat für das bisherige journalistische Lebenswerk Werner Reinke erhalten. Er ist seit 1973 „The Voice“ beim Hessischen Rundfunk und mittlerweile für Generationen ein Begriff mit Sendungen wie „Hitparade International“, „Kuschelrock“, „hr3 Extra“ oder „Reinke am Samstag“ in hr1. „Zuviel der Ehre“, sei seine erste Reaktion auf die Verleihung des Preises an ihn gewesen. Und dass er doch gerade erst mit seinem Lebenswerk begonnen habe, fuhr er fort. Das glaubte man ihm aufs Wort, denn leise ist Reinke längst nicht geworden. Im Gegenteil. So fragte er: „Was tun wir eigentlich für unseren eigenen Berufsstand, den Journalismus, damit auch in 50 Jahren dieser Preis noch verliehen werden kann?“ Noch lange würden uns Filterblasen, Fakenews und Social Bots beschäftigen, fuhr er fort, dieser Herausforderung sollten wir uns stellen. Denn sehe man den Erfolg von zum Beispiel „Spotify“, das auch nichts anderes tue als „Radiogaukeln und Musikverbreiten“ von Lieblingstiteln, dann frage man sich, wozu man noch Radiosender bräuchte. „Die Lösung lautet: Menschen sind es!“, war Reinkes Antwort. Er schlug deshalb vor, eine öffentlich-rechtliche Schule für den Nachwuchs zu gründen, die Talente fördere und diese einfach einmal machen und experimentieren ließe. „Um den schönsten Beruf zu ergreifen: Filmvorführer im Kopfkino.“, beendete er das Nachdenken über sein Wirken.

Den 2. Preis erhielt das Autoren-Team Timo Lindemann, Dr. Martina Rathke und Sandra Trauner von der Deutschen Presse-Agentur. Sie beschrieben in „Stadt, Land, Fluss – Zwischen City-Sound und Blätterrauschen“ die Wohn- und Lebensverhältnisse in Frankfurt, Heyerode und Greifswald und öffneten damit den Blick auf die unterschiedlichen Lebensmodelle, die entweder dem Trend oder der Tradition folgten.

Den 3. Preis erhielt Birgit Reuther vom Odenwälder Echo. Sie zeigte mit „Einsatz für ein lebendiges Dorf“ und „Grün und Grau“, dass sie sich gut auskennt in ihrer Region und über Erholungsqualität ebenso viel zu sagen hat wie über Steuerabgaben und Pendler.

Eine Belobigung erhielt Johannes Vetter von der Frankfurter Rundschau mit „Auf Platte“. In einer vierteiligen Serie habe er Obdachlose realistisch aber auch mit viel Empathie beschrieben, lautete die Begründung der Jury für die Preisvergabe. Einen Sonderpreis erhielt ein 14-köpfiges Team des Gießener Anzeigers mit Chefredakteur  Frank Kaminski. Mit dem Hinzuziehen der Schilderungen von Leserinnen und Lesern sei in dem Projekt „Gießen – eine Stadt entwickelt sich!“ ein facettenreiches Bild einer urbanen Öffentlichkeit entstanden, das die Jury beeindruckt habe.

Markus Müller, Vorstand der Sparda-Bank Hessen, begrüßte in der Zentrale in der Osloer Straße in Frankfurt rund 100 Gäste, die Preisträger und die Jury mit  Prof. Dr. Heiner Boehnke, der als Juryvorsitzender die Laudationen hielt, Peter Hoffmann, Ulrich Kienzle, Hilmar Börsing und Knud Zilian. Letzteren begrüßte Markus Müller als neues Jurymitglied besonders und dankte dem ehemaligen Vorsitzenden des DJV-Hessen, Hans Ulrich Heuser, dessen Nachfolge Knud Zilian nun antritt, für sein langjähriges Mitwirken in der Jury. 

Mehr dazu schrieb der Gießener Anzeiger und die Frankfurter Neue Presse online am 26.09.2017, der Wiesbadener Kurier am 28.09.2017



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