22.09.2014,

Sanierung beim Echo eine verlegerische Kapitulation

Wiesbaden, 22.09.2014 - Als eine „verlegerische Kapitulation“ hat der Deutsche Journalistenverband Hessen den heute verkündeten „Kahlschlag“ beim Darmstädter Echo bezeichnet. „Die Folgen tragen wieder einmal die Kolleginnen und Kollegen, die ihren Arbeitsplatz verlieren werden,“ kommentierte der hessische DJV-Vorsitzende Hans U. Heuser den Sanierungsplan bei der Echo Medien GmbH.

Die Eckpunkte der Sanierung wurden vom Pressesprecher der Echo Medien GmbH bei der Pressekonferenz am 22. September erläutert. Foto: Sonja Lehnert

Die Eckpunkte der Sanierung wurden vom Pressesprecher der Echo Medien GmbH bei der Pressekonferenz am 22. September erläutert. Foto: Sonja Lehnert

Nach dem von den Wirtschaftsprüfern vorgestellten Zahlenmaterial muss die Belegschaft um mehr als die Hälfte reduziert werden, Arbeiten werden an Dritte vergeben und Abteilungen ausgegliedert. Zudem werde man sich vom Traditionsstandort in der Holzhofallee verabschieden. Das Gebäude werde Anfang 2016 veräußert, der Standort des City-Echos verkleinert und die Außenredaktionen in Darmstadt und Dieburg sowie die in Rüsselsheim, Groß-Gerau und im Ried zusammengelegt. Erhalten bleiben Heppenheim und Erbach.  

Heuser nannte diesen 22. September einen „traurigen Tag für die hessische Medienlandschaft“, weil der rigorose Sparkurs der Darmstädter Echo-Mediengruppe mit einem drastischen Stellenabbau auch in der Redaktion dafür sorge, dass in Südhessen ein Großteil journalistischer Qualität und Vielfalt verloren gehe. Diese Verarmung der Medienlandschaft sei nicht nur schlecht für die Demokratie, sondern reduziere das journalistische Niveau immer mehr.

Zudem befürchtet der DJV Hessen, dass sich die Streichung von Arbeitsplätzen in den Redaktionen schmerzhaft auf die Vielfalt der Berichterstattung in der südhessischen Region auswirken wird. Allein das Vorhaben, den Mantel des „Darmstädter Echos“ künftig von einem anderen Zeitungsverlag der Region zu beziehen, könne die publizistische Bedeutung der Zeitung im südhessischen Raum gefährden.

Der „Fall Darmstädter Echo“ zeige wieder einmal in schmerzhafter Weise, dass Mitarbeiter für die Fehler des Managements büßen müssten. Nach Meinung Heusers sei das „eine Bankrotterklärung für die Unternehmensleitung“, die nur bestrebt zu sein scheine, durch Personalabbau und Betriebsauslagerungen die Rendite zu halten. „Sie waren nicht bereit, im digitalen Zeitalter für die Zukunft zu investieren“ erklärte Heuser. Von Unternehmensseite hieß es dazu, das Ziel sei, Gewinne zu schreiben, was mit den angekündigten Maßnahmen, die 10 Millionen Euro Einsparungen beinhalteten, erreicht werde.

Der mit 2.600 Mitglieder zählende DJV Hessen befürchtet, dass die Braut nur verschlankt und aufgehübscht wird, um sie attraktiv zu machen für die Handvoll von Konzernen, die an dem bisher mittelständisch geprägten deutschen Zeitungsmarkt interessiert sind. „Wir fordern die Verantwortlichen dazu auf, alles zu tun, personelle Einschnitte in der Redaktion wenn irgendwie möglich zu vermeiden“, hieß es. Verleger seien in der Verantwortung, kritischen Journalismus zu ermöglichen. Mit einem Personalabbau in wirtschaftlich schwierigen Zeiten werde aber genau das Gegenteil erreicht. Der DJV Hessen kündigte an, er werde die Kolleginnen und Kollegen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, nach Kräften unterstützen.

Termine

28.09.2016,

DJV Hessen-Seminar „Ligthroom für Fortgeschrittene“

01.10.2016,

Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen des DJV im Oktober 2016

04.10.2016,

Skandalisierung oder falsch verstandene Toleranz – Journalisten und islamische Organisationen

13.10.2016,

DJV Hessen Seminar „Visualisieren mit Infografiken“

11.11.2016,

DJV Hessen-Seminar „Mobile Reporting für Fortgeschrittene“

14.11.2016,

DJV Hessen-Workshop „Perfekte Darstellung: Die eigene Internetseite mit Wordpress erstellen“