28.10.2018,

Exiljournalisten in Hessen suchen Mentoren

Zur Sitzung des geschäftsführenden Vorstandes vom DJV-Hessen vergangener Woche kamen drei Exiljournalisten in Begleitung von Ramis Kilicarslan nach Wiesbaden. Der Delegierte des DJV-Hamburg versucht den nach Deutschland geflohenen Kollegen zu helfen und Netzwerke für sie in dem jeweiligen Bundesland zu knüpfen. Wünschenswert wären Mentoren mit einer 1:1 Betreuung zur Unterstützung beispielsweise beim Recherchieren, Klärung von Fotorechten - oder auch zum gemeinsamen Kaffee trinken.

Exiljournalisten zu Besuch beim geschäftsführenden Vorstand des DJV-Hessen in Wiesbaden/Foto: Wolfgang Kühner

Exiljournalisten zu Besuch beim geschäftsführenden Vorstand des DJV-Hessen in Wiesbaden/Foto: Wolfgang Kühner


Wie können wir Ihnen helfen?“, fragt Knud Zilian, Vorstandsvorsitzender des DJV-Hessen, nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Ramis Kilicarslan übersetzt den drei Exiljournalisten die Frage kurz auf türkisch. Seit fast 30 Jahren lebt der freie Journalist in Deutschland, arbeitet als Medienberater in Hamburg und ist dort im DJV-Landesverband Beiratsmitglied und Delegierter. Mit dessen Unterstützung setzt er sich nun für Exiljournalisten ein.

Ein berufliches Mentoring wäre schön, meint Kilicarslan, bei dem deutsche Journalisten die Kollegen unterstützen. „Das wäre ein guter Anfang“, ergänzt er und zählt einige Beispiele auf. Die drei Exiljournalisten aus Hessen nicken. Einer von ihnen, Fuat Karazeybek wohnt bei Mörfelden-Walldorf und spricht bereits ein wenig deutsch. In der Türkei hat er als Produzent und Reporter bei einem Fernsehsender gearbeitet. Zuletzt war er Chef der Online-Ausgabe. Im Juni 2016 hat er die Türkei verlassen. Aktuell schreibt er Kolumnen für einige türkischsprachige Online-Nachrichten.

Etwa 40 Exiljournalisten leben in Hessen

Mustafa Kilic lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main. Vor 20 Jahren hatte er bei einer Tageszeitung als Journalist angefangen zu arbeiten. Später war er stellvertretender Generaldirektor einer Nachrichten-Agentur. Unser dritter Gast, Remzi Ketenci, wohnt in Offenbach. Er hatte 1993 als Moderator bei einem Radiosender begonnen und wechselte später zum Fernsehen.

Insgesamt leben etwa 40 Exiljournalisten in Hessen und rund 100 in ganz Deutschland. „Es können aber auch mehr sein“, da ist sich Kilicarslan nicht sicher. Viele hätten bereits einen Aufenthaltsstatus erhalten und zwei Fragen würden sie nun besonders beschäftigen: Wie kann ich mich beruflich neu orientieren und mich in meiner Heimat zurechtfinden? Und die zweite: Wie kann ich meinen Kollegen, die in der Türkei in Haft sind, behilflich sein?

Inzwischen hat bereits in vielen Städten wie in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Essen sowie Nürnberg ein erster Austausch mit Exiljournalisten stattgefunden und Ramis Kilicarslan knüpft das Netzwerk weiter. Auch in Wiesbaden wird es bald ein nächsten Treffen geben, da war sich der geschäftsführende Vorstand des DJV-Hessen schnell einig. HP

Termine

19.11.2018,

DJV Hessen-Seminar: FÄLLT WEGEN ERKRANKUNG DES REFERENTEN AUS !!!!!

01.12.2018,

DJV Hessen-Seminar: Konzeption einer Radio-Show