16.02.2018,

Deniz Yücel ist frei

Wiesbaden, 16. Februar 2018 – Mit Erleichterung nahm der Landesverband Hessen des Deutschen Journalistenverbands die Nachricht auf, dass Deniz Yücel aus der Haft entlassen wurde. Wie die „Welt“ berichtete, habe ein Gericht in Istanbul offenbar die Freilassung für die weitere Dauer des Verfahrens veranlasst und keine Ausreisesperre verhängt.

Freude mit der Familie und den Freunden - Deniz Yücel ist frei. Foto: Sonja Lehnert

Noch vor zwei Tagen, am 14. Februar und dem Jahrestag der Verhaftung Yücels, wurden bundesweit Mahnwachen, Autokorsos und Lesungen veranstaltet. Unter anderem auch in Flörsheim, der Heimatstadt Yücels, wo sich der DJV in Absprache mit Yücels Familie und den Politikern ebenfalls beteiligte. Gestern, am 15. Februar traf sich der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim mit Angela Merkel und sendete Signale, dass Bewegung in den Fall Yücel kommen könnte. Heute, um 11.22 Uhr twitterte Yücels Anwalt Veysel „Endlich hat das Gericht die Freilassung meines Mandanten beschlossen“.

Knud Zilian, Vorsitzender des DJV Hessen, zeigte sich zutiefst erleichtert, dass Yücel nach einem Jahr Haft wieder auf freiem Fuß ist. „Es ist eine wunderbare Nachricht, dass der nicht nachvollziehbaren Verhaftung und den Haftbedingungen endlich ein Ende gesetzt ist. Und es ist ebenfalls eine wunderbare Nachricht für die Pressefreiheit,“ sagte er und fuhr fort, „aber daran zu glauben, dass die türkische Justiz bzw. der Regierungsapparat aus gewonnener Einsicht über Rechtsstaatlichkeit Yücel freigelassen hat, fällt schwer. Daher werden wir uns weiterhin für alle zu Unrecht inhaftierten Journalistinnen und Journalisten in der Türkei einsetzen.“

Deniz Yücel saß seit genau einem Jahr in türkischer Haft. Er hatte sich am 14. Februar 2017 freiwillig der Istanbuler Polizei gestellt, um sich zu seinen Berichten über den türkischen Energieminister Berat Albayrak zu erklären. Er wurde in Polizeigewahrsam und wenig später in Untersuchungshaft genommen. Unter anderem wurden ihm Volksverhetzung und Terrorpropaganda vorgeworfen.
Wie von der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu gemeldet wurde, soll die Istanbuler Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift vorgelegt haben, in der 18 Jahre Haft gefordert würden.

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