05.05.2017,

Aktualität schlägt Planung

Wiesbaden, 5. Mai 2017 – Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni war Gast in Wiesbaden. Der DJV Ortsverband hatte den bekannten Moderator zum Diskussionsabend in den Presseclub Wiesbaden eingeladen.

Sylvia Kuck, Ortsvorsitzende in Wiesbaden, moderierte das spannende Gespräch mit Ingo Zamperoni.

Die Jahreshauptversammlung des DJV Ortsverbands Wiesbaden hatte einen krönenden Programmpunkt: Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni war der Einladung der Ortsvorsitzenden Sylvia Kuck gefolgt und diskutierte mit ihr und dem Publikum über Amerika, Trump, Pressefreiheit und vieles mehr.

Die Ortsvorsitzende ehrte zuvor während der Versammlung die langjährigen Mitglieder des DJV in Wiesbaden, unter anderem Ronald Lechner, den ehemaligen Vorsitzenden des Ortsverbands.

Als fester Bestandteil der Aktivitäten des Hessischen Landesverbands solle regelmäßig der Tag der Pressefreiheit am 3. Mai ausgerichtet werden. Das wurde während der Jahreshauptversammlung beschlossen. Der Antrag wird beim Verbandstag des DJV Hessen am 23. Juni 2017 in Wiesbaden vorgelegt.


Von Pressefreiheit  bis Jugendkanäle

In Bezug auf den Tag der Pressfreiheit wies Sylvia Kuck darauf hin, dass dies nicht nur in totalitären Staaten ein Thema sei. Man müsse bedenken, dass Deutschland NUR auf Patz 16 stehe. Ingo Zamperoni konnte aus seinem journalistischen Alltag berichten, dass er sehr wohl von auf der Straße  bedrohten Kolleginnen und Kollegen wisse. Er könne sich glücklich schätzen mit der ARD einen öffentlich rechtlichen und somit unabhängigen Arbeitgeber zu haben.

In den USA müsse man sich nicht wundern, dass Medien verunglimpft würden. Ein Präsident, der Journalisten als „Feinde“ sehe, trage zu diesem Bild bei. Zamperoni sagte: „Jeder, der gegen ihn (Trump) ist, ist ein Feind, also auch die kritischen Medien. Trump ist ein Mann mit unheimlich narzisstischer Prägung.“ Darüber könnten sich allerdings Medien wie Washington Post und New York Times freuen. Deren Abo-Zahlen seien auf Grund der Berichterstattung über Trump  in den vergangenen Monaten merklich gestiegen. Wichtig sei neben der Quantität auch Qualität. Deshalb sei zwar Twitter ein nützliches Werkzeug, aber mit 140 Zeichen nicht ausreichend, um Differenzierungen und Erklärungen Raum zu geben.

Damit war Zamperoni bei den Tagesthemen. Auch dort überlege man, wie der „Kernkanal“ mit einer anderen Plattform auch bei jüngeren Nutzern bekannter würde. Ihm sei es wichtig, fundierte Nachrichten zu bringen, er müsse nicht der Erste sein, dessen Meldung dann eventuell nicht sorgfältig recherchiert sei. In diesem Spannungsfeld zwischen „Smartphone“ und „Perfektionismus“ bewege sich auch das Fernsehen. Gefragt, wie denn bei den Tagesthemen auf aktuelle Meldungen reagiert werde, antwortete Zamperoni: „Aktualität schlägt Planung“. Das sei während der Sendung und auch noch nach den Wetternachrichten immer das Wichtigste.

Das Publikum wollte von dem USA-Kenner vor allem viel über das Verhältnis USA/Deutschland, die amerikanische Sicht auf Merkel und Erwartungen von US-Bürgern an Europa wissen. Ingo Zamperoni war ein brillanter Gesprächspartner und der Abend ein Höhepunkt im Ortsverbandsgeschehen.

 

 

Ingo Zamperoni, Tagesthemen-Moderator der ARD, war Gast des DJV Wiesbaden im Presseclub.
Ehrung langjähriger Mitglieder.Mehr als 50 Gäste im Presseclub Wiesbaden.Knud Zilian (2. Vorsitzender DJV Hessen), Sylvia Kuck (Ortsvorsitzende Wiesbaden), Ingo Zamperoni und Umberto Biagioni (Ortsvorsitzender Frankfurt).
Sylvia Kuck, Knud Zilian, Ingo Zamperoni.Hannelore Rönsch, CDU (1991 bis 1994 Bundesministerin für Familiern und Senioren) während der Diskussion.Ingo Zamperoni war noch lange zum Gespräch bereit, hier mit Markus Stifter (DJV-Mitglied) und Dr. Gabriela Blumschein (Schatzmeisterin DJV Hessen).
Alle Fotos: Wolfgang Kühner

 

 

 

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