„Revoluzzer-Tasting“ zum Tag der Pressefreiheit

Qualitätsjournalismus würdigen, guten Wein aus dem Rheingau genießen und die Corona-bedingten Auflagen beherzigen - diesen Spagat haben am Tag der Pressefreiheit die Veranstalter des ersten virtuellen „Revoluzzer-Tasting“ bewerkstelligt. Anknüpfend an die Premiere vor zwei Jahren, die noch zwischen den Rebstöcken in Hallgarten bei Oestrich-Winkel gestaltet werden konnte, haben sich Journalistinnen und Journalisten im DJV-Hessen erneut mit Winzer Markus Bonsels vom Weingut Bibo-Runge zusammengeschlossen, um auch unter besonderen Umständen auf den Feiertag der Journalisten anzustoßen.

Foto: Andreas Lang

Foto: Andreas Lang

Über den Videokonferenz-Anbieter Zoom erreichten sie rund 50 Kollegen und Bekannte im Web. Gut zweieinhalb Stunden lang erörterten sie im Chat mit ihnen die Rolle von Journalismus in Zeiten von Hate Speech, ökonomischen Zwängen und Corona. Und das nicht ohne Verzicht auf begleitenden Weingenuss. Dafür konnten im Vorfeld Probierpakete aus Hallgarten bestellt werden. Markus Bonsels kommentierte an seinem Geburtstag die Genese der Tropfen online. Wein-Historiker und -Auktionator Leo Gros streute manche Anekdote dazu ein und ging dabei bis ins antike Griechenland zurück. 

Die Rheingauer Gewächse, die markanten Kreationen wie dem Revoluzzer, dem Jongleur, dem Romantiker oder dem Provokateur ihren Namen geben, wachsen rund um das heute denkmalgeschützte Gartenhaus von Adam von Itzstein. Der liberale Paulskirchen-Parlamentarier, lebenslang ein eifriger Verfechter der Pressefreiheit, hat das Weingut vor gut 200 Jahren kultiviert und bis zu seinem Tod dort 1855 auch davon gelebt. „Heute würde man ihn als Influencer bezeichnen“, charakterisierte ihn Bonsels. 

Zwischen den Degustationsgängen parlierten Moderator Hans-Peter (HP) Mayer, Sylvia Kuck, Mitglied im Vorstand des DJV-Hessen, Bloggerin Tanja Werle, der Wiesbadener CDU-Bundestagsabgeordnete und Winzersohn Ingmar Jung und Weinjournalist Dirk Würtz über den Stellenwert der Presse, den Wert von investigativem Journalismus oder den gestiegenen Druck und Angriffen, wie aktuell im Fall des heute-Show-Teams vom ZDF. Sylvia Kuck erinnerte daran, dass ohne unerschrockene und hartnäckige Recherche so mancher Skandal nicht aufgedeckt worden wäre, etwa bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt oder der Wiesbadener Lokalpolitik. In Einspielern kamen auch der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall und Reporter ohne Grenzen zu Wort. 

Fazit: In geselliger Runde, zwischen Rebstöcken und im Schatten eines historisch bedeutsamen Gebäudes wie Itzsteins schmuckem Gartenhäuschen in Hallgarten lässt es sich noch trefflicher und weinseliger für Meinungsfreiheit und Demokratie streiten. Zur Not geht es aber auch mal online, mit nicht weniger guten Argumenten und Tropfen. Andreas Lang 


Der neue „Blickpunkt“ (Ausgabe 1/2020) des DJV Hessen:

  • Widmet sich mit einem Schwerpunkt dem Jahr der Freien
  • Schaut auf die Berichterstattung nach dem Anschlag von Hanau
  • Erläutert, warum ein Lokalreporter Gegenstand zu einer Debatte im Kreistag Lahn-Dill geworden ist
  • Bilanziert mit Alice Engel ihr erstes Jahr als Pressesprecherin  im Sozialministerium.

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