Pressearbeit bei Demonstrationen zur Neugründung der AfD-Jugend in Gießen
Gespräch zwischen DJV Hessen und Hessischem Innenminister
Ansprechpartner*in
Sascha Kohlhöfer
Treffen zwischen DJV Hessen und Roman Poseck
Die Journalistinnen Susana Santina (ZDF) und Stefanie Walter (epd) (v.r.) berichteten dem Hessischen Innenminister Roman Poseck, dem Landespolizeipräsident Felix Paschek sowie Polizeipräsident Torsten Krückemeier von ihren Erfahrungen bei den Demonstrationen und forderten gemeinsam mit (v.l.) Thorsten Becker vom Deutschen Presserat, den Vorstandsmitgliedern Jens Brehl und Sylvia Kuck sowie dem 1. Vorsitzenden des DJV Hessen Knud Zilian mehr Schutz für die Presse.
Wiesbaden, 15.01.2026 - Nach der Kritik des Deutschen Journalistenverbandes Landesverband Hessen e.V. am Umgang mit Journalistinnen und Journalisten bei den Demonstrationen gegen die Neugründung der AfD-Jugend in Gießen, fand am heutigen Donnerstag ein persönliches und konstruktives Gespräch zwischen dem Hessischen Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, Polizeipräsident Torsten Krückemeier, Landespolizeipräsident Felix Paschek und Vertretern des DJV Hessen statt.
In dem Gespräch stand insbesondere der Umgang mit Pressevertreterinnen und -vertretern sowie das Verhältnis zwischen Polizei und Presse im Fokus. Ziel war es, gemeinsame und verlässliche Grundlagen zu entwickeln.
Konkret forderte der DJV Hessen eine verbesserte Schulung sowie eine stärkere Fort- und Weiterbildung von Polizistinnen und Polizisten im Umgang mit der Presse. Als Berufsverband unterstützt der DJV Hessen die Polizei gerne dabei, sowohl die Polizeiführung als auch Einsatzkräfte vor Ort im professionellen Umgang mit der Presse weiter zu qualifizieren. Zudem wurde ein besserer Schutz von Journalistinnen und Journalisten gefordert – insbesondere bei Großdemonstrationen wie in Gießen.
Der 1. Vorsitzende des DJV Hessen Knud Zilian betonte: „Die freie Berichterstattung ist ein zentrales Gut unserer Demokratie. Dieses Gut muss bei allen Polizeieinsätzen gewahrt bleiben. Von daher war dieses Gespräch wichtig und zielführend. Unsere zwei Mitglieder, die bei den Demonstrationen behindert wurden, konnten ihre Erfahrungen schildern und somit klar machen, dass es zu Defiziten gekommen ist.“
Der Hessische Innenminister Roman Poseck erklärte: „Nach Bekanntwerden der Kritik des DJVs an einzelnen polizeilichen Handlungen gegenüber Medienvertretern in Gießen war es mir wichtig, mit den Vertretern in den direkten Austausch zu treten. Wir haben Einzelfälle der Gießener Einsatzlage erörtert und gleichzeitig Verbesserungen für die Zukunft vereinbart.
Schon jetzt nimmt die Pressearbeit und der Umgang mit Medienvertretern einen wichtigen Schwerpunkt in der Aus- und Fortbildung der Polizei ein. Neben Modulen zum Versammlungs- und Presserecht gibt es u.a. Seminare zur Einsatzkommunikation und die Wissens-App „Aha“, die Leitfäden und Hinweise für die Polizei zur Verfügung stellt. Wir waren uns darüber einig, die Weiterbildung der Einsatzkräfte im Umgang mit Medienvertretern mit hessenweiten Fortbildungen und Übungen gemeinsam zu vertiefen. Daneben soll die Wissens-App, um praxisnahe Handlungsempfehlungen, Sensibilisierungsmodule und Best-Practice-Beispiele zum Umgang mit Medienvertretern erweitert werden.
Das sind wichtige Schritte, um unser Verständnis von Pressearbeit als hohes demokratisches Gut zu unterstreichen. Wir waren uns auch einig, weiter im Gespräch zu bleiben. Ich danke allen Beteiligten für den konstruktiven Austausch.“
Anlass für das Gespräch waren Berichte von Reporterinnen und Reportern, die am Tag der Neugründung der AfD-Jugend Ende November 2025 in Gießen trotz Vorlage eines gültigen Presseausweises an ihrer Arbeit und damit der freien Berichterstattung seitens der Polizei gehindert wurden. Betroffen waren Journalistinnen und Journalisten der taz, des ZDF, des Evangelischen Pressedienstes (epd) sowie privater Radiosender.
DJV Landesverband Hessen e.V.
Knud Zilian
1. Vorsitzender DJV Hessen
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