Hessischer Rundfunk
DJV Hessen zu den Vorwürfen der Jüdischen Loge B’nai B’rith gegen den Hessischen Rundfunk
Ansprechpartner*in
Knud Zilian
DJV Hessen fordert den Hessischen Rundfunk zur transparenten Aufarbeitung auf
Wiesbaden, 14.09.2026 - Der Deutsche Journalistenverband Landesverband Hessen e.V. nimmt die öffentlichen Vorwürfe der Jüdischen Loge B’nai B’rith zum Anlass, den Hessischen Rundfunk zu einer transparenten Aufarbeitung des Sachverhalts aufzufordern und nachzuweisen, dass der Sender im Sinne der Erinnerungskultur an die jüdischen Opfer der NS-Zwangsenteignung handelt und in einen konstruktiven Dialog mit der Loge tritt.
Der DJV Hessen dankt der SPIEGEL-Redaktion - insbesondere Redakteur Herrn Matthias Bartsch - dafür, das Thema so gründlich recherchiert und öffentlich gemacht zu haben, und hofft, dass die Recherchen weiter vorangetrieben werden.
Der Sender erklärte auf Anfrage: „Der hr hat im Juni 2026 mit Unterstützung seines Rundfunkrats eine unabhängige wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die die gesamte Gründungsphase der Rundfunkanstalt aufarbeiten und dabei auch die Frage von Eigentumsverhältnissen beleuchten soll.“
Klarstellung: Die Studie wurde vom HR zum 80. Jubiläum des Senders beim Hamburger Leibniz-Institut für Medienforschung in Auftrag gegeben und dreht sich allgemein um Aufarbeitung. Der Verband fordert die Opfer (die Loge und evtl. weitere Parteien) der Zwangsenteignung und eventuell mangelnden Restitutionen einzubinden.
Dem Verband ist bewusst, dass mögliche juristische Ansprüche verjährt sein könnten. Gleichzeitig betont er, dass die Aufarbeitung nicht allein unter rechtlichen Aspekten betrachtet werden darf.
Knud Zilian, 1. Vorsitzender des DJV Hessen, erklärt: „Wir fordern den hr auf, das Verfahren transparent zu gestalten und die einzelnen Schritte der Aufarbeitung öffentlich und nachvollziehbar zu kommunizieren. Dazu gehört auch, die entstehenden Kosten der Bemühungen offenzulegen und für Presse und Öffentlichkeit einsehbar zu machen.“ Dazu gehörten auch Anwaltskosten, sowie Berater-Honorare, außerdem die Ausgaben für Gutachten. Darüber hinaus sollten alternative Wege einer verantwortungsvollen Aufarbeitung diskutiert werden.
Die B’nai B’rith fordern den Hessischen Rundfunk anhand folgender fünf Punkte zur Aufarbeitung auf:
1. Die Geschichte des Logenheims in der Eschersheimer Landstraße prüfen.
2. Mögliche Kulturgüter im Bestand des hr sichern und zugänglich machen.
3. Einen Dokumentarfilm als Beitrag zur Erinnerungskultur produzieren.
4. Die Logengeschichte in einer hr3-Sendung vorstellen.
5. Die Geschichte in schulischen Bildungsprogramme integrieren.
Der DJV-Hessen schließt sich den ersten vier Punkten der Forderung an, der 5. Punkt obliegt dem Kultusministerium Hessen.
DJV-Landesverband Hessen e.V.
Knud Zilian
1. Vorsitzender DJV Hessen e.V.
Bei Rückfragen: Telefon: 0611 3419124, info@djv-hessen.de
Hinweis, Stand 24.09.
Am Freitag, den 25.09.2026 findet eine Pressekonferenz der B'nai B'rith in Frankfurt statt. Alle Informationen finden Sie in der Einladung.
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