Jungjournalistentag 2016 #JJT16

Wie sieht es aus in den Redaktionen von Print, Online, Rundfunk und bei den Hybrid-Projekten, die dazwischen entstehen? Welche traditionellen Medien oder Start-ups bringen letztendlich die Meldungen zu Nutzerinnen und Nutzern? Wie arbeiten sie und wie müssen die arbeiten, die dort beschäftigt sind? Gehört die Zukunft multimedialen Alleskönnern, deren neue Sprache bestmöglich „Programmieren“ lautet? Drängt das Internet die tagesaktuellen Druckerzeugnisse immer weiter in den Hintergrund? Wund welche Chancen entstehen eigentlich durch den Umbruch der Medien?

„Chefredakteure klagen, dass die Akzeptanz der Tageszeitungen vor allem bei Jüngeren rasant abnehme und ein Problem darin liege, dass die Anzahl der Leser über achtzig Jahren bisweilen höher sei als die der Leser unter dreißig“, bemerkte Norbert Bicher von der Friedrich-Ebert-Stiftung im Geleitwort zu „Innovationsreport Journalismus“ von Leif Kramp und Stephan Weichert. Leif Kramp wird beim diesjährigen Jungjournalistentag im Impulsreferat Anstöße für die Podiumsdiskussion liefern. Zum Diskutieren sind auch die VeranstaltungsteilnehmerInnen eingeladen. Im Anschluss bieten Workshops und Erzählcafés die Möglichkeit, Antworten zu finden.

 

⇒auf dem Podium - in den Workshops⇐

 

Knud Gernot Zilian studierte an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe Universität Rechtswissenschaften, die er mit dem Diplom-Jurist abschloss. Bereits während des Studiums arbeitete er als freier Mitarbeiter beim Hessischen Rundfunk und bei der Offenbach Post. Als ständiger freier Mitarbeiter und als freier, schließlich als sendungsverantwortlicher Redakteur und CvD war er in der Rhein-Main-Redaktion hr4, hr1 und hr-info tätig. Er veröffentlichte mehrere Kursbücher und ist Mitautor der „Neue Juristische Wochenschrift“ NJW. Knud Zilian ist 2. Vorsitzender des DJV Hessen, Vorsitzender des Fachausschusses Rundfunk DJV und Sprecher DJV im hr. In seiner Freizeit geht er gerne Tauchen und Segeln und er kocht gerne.  

 

Dr. Leif Kramp ist Kommunikations- und Medienwissenschaftler sowie Historiker und arbeitet als Forschungskoordinator des Zentrums- für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) an der Universität Bremen. Er ist Mitherausgeber und Autor mehrerer Fachbücher zu den Themen Medien und Journalismus und forscht schwerpunktmäßig zur Transformation des Journalismus vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Kramp ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins für Medien- und Journalismuskritik e.V., Herausgeber des Online-Portals VOCER und Mitglied des Direktoriums des journalistischen Nachwuchsförderprogramms „VOCER Innovation Medialab".

 

Julia Theres Held moderiert seit 2012 das tägliche Europamagazin heute in Europa im ZDF. Außerdem arbeitet sie als Redakteurin und Reporterin für die außenpolitischen Sendungen im ZDF.
Sie studierte an der Universität zu Köln Theater,- Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Öffentliches Recht, sowie Journalismus an der Deutschen Journalistenschule in München.
Im Rahmen von Auslandsaufenthalten besuchte sie außerdem die University of California in Los Angeles und studierte dort Kommunikationswissenschaft, sowie Islamwissenschaften und Nahost-Politik an der Tel Aviv University.
Julia Theres Held ist Stipendiatin der Herbert-Quandt-Stiftung.



Andreas Fauth ist Chefredakteur der Multimediaredaktion im evangelischen Medienhaus in Frankfurt/Main und zugleich Leiter der evangelischen Hörfunkschule Frankfurt. Er leitet und koordiniert die Produktion von Sendungen und Beiträgen für privates Radio in Hessen z.B. für Hit Radio FFH, privates Fernsehen Rhein-Main-TV und er ist verantwortlich für den Onlineauftritt der Landeskirche EKHN.de.
Zu seinen Aufgaben gehört die Koordination der crossmedialen Arbeit der Redaktion, sowie die strategische Planung und Entwicklung von neuen Formaten und Sendungen.
Als Leiter der evangelischen Hörfunkschule Frankfurt engagiert sich Andreas Fauth für den journalistischen Nachwuchs in der evangelischen Publizistik – er ist „Erfinder“ von Projekten wie dem Ausbildungsradio oder dem SchoolRadioDay, setzt sich für das Radiosiegel für eine gute Volontärsausbildung oder den Radionachwuchspreis „Der Hinhörer“ ein.
Andreas Fauth studierte Germanistik und Politikwissenschaften in Göttingen. 1998 Erstes Staatsexamen für höheres Lehramt, anschließend Hörfunkvolontariat in der Privatfunkagentur der EKHN und bei Hit
Radio FFH. Fauth ist Mitglied im hessischen Landesverband des DJV.

In drei kurzen Workshops (ca. 20 bis 25 Minuten) zeigen Profis aus Zeitung, Radio und Fernsehen, wie der Einstieg in den Journalismus gelingt und multimediale Ausbildung funktioniert.
Es ist möglich, an allen drei Kurz-Workshops teilzunehmen, da spätestens nach einer halben Stunde ein Wechsel in eine andere Gruppe möglich ist.


Workshop Hörfunkschule
Wie starte ich mit der richtigen Strategie in den Journalismus? Die Hörfunkschule beschreibt in diesem Kurz-Workshop Wege, wie ein Start in den Journalismus möglich wird.
Wie komme ich an Praktika und freie Mitarbeit? Wie bereite ich mich auf ein Volontariat vor? Wie erhöhe ich zielsicher und engagiert meine Chancen?
Diese Fragen wollen wir möglichst individuell beantworten und damit den Weg in Radio, Fernsehen oder in den Mult
imedia-Journalismus ebnen.



Ulrike Kaiser ist freie Medienfachjournalistin und Sprecherin der Initiative Qualität im Journalismus (IQ). Sie war Chefredakteurin beim journalist, zuvor Bildungsreferentin im Haus Busch (Hagen) und Volontärin/Redakteurin bei der „Rheinischen Post“. Sie studierte Pädagogik, Psychologie und Soziologie an der Uni Bielefeld und erhielt den Prädikatsabschluss als Dipl.-Päd.  In diversen journalistischen und medienpolitischen Gremien engagierte sie sich ehrenamtliche, 2007 bis 2015 war sie stellvertretende DJV-Bundesvorsitzende. Ulrike Kaiser ist Mitglied der LfM-Medienkommission NRW, des Rats für deutsche Rechtschreibung und des Beirats von Transparency Deutschland. 2005 erhielt sie den Deutschen Preis für Medienpublizistik.

 

Gregor Mayer, Leiter Digitale Medien phoenix, studierte Jura und stieg 1998/99 als Redaktionstrainee bei ZDF und PHOENIX in Mainz, Wiesbaden und Köln ein. Seit Oktober 1999 bis heute ist er verantwortlich für die phoenix Telemedien (Online, Videotext, EPG, Apps, Social Media).
2000 bis 2008 war er außerdem Leiter I&K und Koordinator der Gesamtredaktion ZDF.newmedia. Darüber hinaus ist er seit 2007 Dozent für Onlinejournalismus und hat langjährige Lehraufträge in den Bereichen Onlinejournalismus, Mobile Journalism und Social Media an den Universitäten Mainz und Bonn.
Print-Publikationen: „Zitadelle Mainz: gestern, heute, morgen – 2000 Jahre Mainzer Geschichte auf engstem Raum", Mainz 2005,Virtruv-Verlag, ISBN 3-937562-02-8
Auszeichnungen & Jury-Mitgliedschaften: MKN-Award 2005 „Bestes Bildmedium", Mitglied der Jury „Medienpreis der Pfalz" seit 2012.
Sonstige Mitgliedschaften: seit 2014 Vorstandsmitglied der EBU/EUROVISION Social Media Group, Mitglied der Experten-Delegation „Vierter Deutsch-Chinesischer Mediendialog 2014" in Peking, DJV (Referent).

Workshop Mobile Journalism
Inhalt des MoJo-Workshops: Klassische VorOrt-Produktionen mir EB-Kamera-Teams sind Alltag in der aktuellen Berichterstattung. Was genau man aber in der Aktualität mit einem iPhone alles machen kann, mit welcher zusätzlichen Hard- und Software man HD-Videos OHNE KAMERATEAM drehen, mobil schneiden, vertonen, insertieren und zeitnah in Social Media publizieren kann, wie man Livesendungen mit dem Smartphone produziert - über all das erfahren Sie mehr im MoJo-Workshop. Außerdem: Wie funktioniert eigentlich „dieses Snapchat" - und was genau ist daran nochmal journalistisch?



Hans Georg Schnücker, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Rhein Main und
Vorstandsvorsitzender des Verbandes Hessischer Zeitungsverleger, studierte Wirtschafts- und Organisations-Wissenschaften an der Universität der
Bundeswehr in Hamburg mit dem Schwerpunkt Betriebsorganisation und
Öffentliches Recht. Bis 1987 war er bei der Bundeswehr als Leiter für Transport, Einsatzplanung und Steuerung sowie für die Betriebsorganisation verantwortlich. Im Anschluss nahm er 1987 seine Tätigkeit als Assistent bei der Rheinischen Post auf, wurde Vertriebsdirektor und schließlich Geschäftsführer der RP, des Rhein-Bergischen Zeitungsvertriebs sowie der RP-Online GmbH in Düsseldorf. Seit 2004 ist Schnücker Geschäftsführer der Verlagsgruppe Rhein Main, Mainz, und deren Tochtergesellschaften, seit 2005 deren Sprecher und Herausgeber.



Ute Wellstein war bereits während des Studiums als Reporterin bei der Nassauischen Neuen Presse in Limburg tätig. Zum Hörfunk kam sie über die hr-Regionalstudios in Frankfurt und Wetzlar, hr4 und hr3. Im Fernsehen begann sie zunächst als Redakteurin und Moderatorin der Nachrichten (damals Hessen Heute) und berichtete aus dem Studio Wiesbaden über das landespolitische Geschehen. Es folgten die Tätigkeiten als CvD, Reporterin und Redakteurin der Hessenschau, stellvertretende Redaktionsleiterin, Moderatorin der europapolitischen Ausgaben von Schlossplatz 1, Live-Reporterin oder Moderatorin bei Sondersendungen (Wahlen, Blockupy, Queen-Besuch, 25 Jahre Deutsche Einheit, Kommunalwahl). Weiterhin ist sie Ausbildungsbeauftragte der Redaktion und beteiligt an der Auswahl und Ausbildung der hr-Volontäre. Ute Wellstein ist DJV-Mitglied.



Wolfgang Kiesel, freier Journalist und Dozent in der Aus- und Weiterbildung für Journalisten, ist gelernter Tageszeitungsredakteur aus dem Ressort Wirtschaft. Kiesel arbeitet seit rund 30 Jahren frei und seine The¬men finden sich an der Küste rund um die Werften mit Spezialschiffbau, Häfen, Logistik und den Außenhandel mit der Verkehrswirtschaft.
Mit der Freiberuflichkeit startete auch seine Dozententätigkeit in der Aus- und Weiterbildung für Journalisten. Von der Henri-Nannen-Schule über die RTL-Journalisten¬schule und Bayerische Akademie der Presse, die Axel-Springer-Akademie bis zum ifp in München reicht der geografische Bogen über mehr als ein Dutzend Akademien und einige Landesverbände des DJV, für die Kiesel regelmäßig in Seminaren und Workshops tätig ist. Dort sind seine Themen z.B. die Existensgründung und -sicherung, Steuer- und Sozialversicherungsrecht, Wirtschaftsberichterstattung, Corporate-Publishing und Selfpublishing.
Seine aktuellen Ratgeber zum Thema „Frei“ finden sich als eBooks mit kostenlosem Reader bei Amazon.

Workshop Existenzgründung
Sein Workshop „Existenzgründung“ beschäftigt sich mit allem „was nicht Journalismus heißt“ und trennt damit inhaltlich vom journalistischen Bereich. Stattdessen erörtert er die Regeln und Rahmenbedingungen der Existenzgründung und der Künstlersozialkasse und vermittelt den Teilnehmenden die Sicherheit im Umgang mit vermeintlichen administrativen Hürden.
Seine Website www.fragKiesel.de (bei Facebook: fragKiesel) bietet Tipps und Lösungen und den Weg z
ur individuellen Beratung.


Christian Matz, Volontärsbetreuer bei der Verlagsgruppe Rhein Main („Wiesbadener Kurier“, „Allgemeine Zeitung Mainz“, „Darmstädter Echo“), studierte Politikwissenschaft, BWL und Geschichte in Mainz. Parallel dazu war er freier Mitarbeiter für die „Allgemeine Zeitung“ und für das ZDF. Praktika schloss er unter anderem bei „Bild“ (Berlin) und n-tv (London) ab. Nach dem Studium absolvierte er das Volontariat bei der „Allgemeinen Zeitung“ und war danach Redakteur im Ressort Blattmacher/Nachrichten. Seit 2008 betreut er die Volontäre bei der „Allgemeinen Zeitung“ und  beim „Wiesbadener Kurier“. Seit 2015 leitet er als Mitglied der Chefredaktion den zentralen Newsdesk der Zeitungen.

Workshop Zeitung
In seinem Workshop spricht er über die Ausbildung zum (Zeitungs-)Redakteur – Theorie und Praxis – zwischen Uni, freier Mitarbeit und festem Job – zurechtfinden im Redaktionsalltag – die Zukunft des Zeitungsvolontariats.



Philipp Stelzner wurde 1961 in Hamburg geboren. Nach einem Volontariat bei der Deutschen Fernsehnachrichtenagentur war er Redakteur beim Fernsehsender Pro 7. Später leitete er die Pro-7-Studios in Bonn, Berlin und Frankfurt. 1998 wurde er stellvertretender Nachrichtenchef der ProSieben Media AG in München. Nach seinem Wechsel zum Nachrichtensender N24 stand er mehrere Jahre lang im In- und Ausland als Reporter vor der Kamera. Im Jahr 2010 wurde er stellvertretender Chefredakteur der TV III a GmbH & Co. KG, die 17:30 SAT.1 LIVE produziert, das SAT.1 Regionalmagazin für Hessen und Rheinland-Pfalz.

Workshop Fernsehen
In seinem Workshop sagt er einiges zur „Ausbildung zum Videojournalisten“: Ein Videojournalist vereint die Aufgaben eines Journalisten, Kameramanns, Tontechnikers und Cutters in einer Person. Mit Hilfe modernster DV-Technik konzipiert, dreht, schreibt, schneidet und vertont er Fernsehbeiträge im Alleingang. Aber welche Voraussetzungen müssen Videojournalisten mitbringen ? Wie werden sie ausgebildet ? Mit welchen Ausrüstungen arbeiten sie ? Wann arbeiten sie allein und wann im Team ? Was für Vorteile und Nachteile haben VJs gegenüber Redakteuren mit Kamerateams ? Diese und andere Fragen soll der Workshop beantworten. 

 

INTERVIEW

Stefan Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers, interviewt die Münchner Bloggerin Andrea Lindner

Stefan Schröder ist Chefredakteur der Tageszeitung Wiesbadener Kurier. Nach seinem Studium der Geschichte und Publizistik in Münster arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen, Radio- und Fernsehsender sowie die Nachrichtenagentur dpa. Es folgten Volontariat und Anfänge in einer Politikredaktion in Karlsruhe (Badische Neueste Nachrichten) sowie als Redakteur der FAZ Rhein-Main-Zeitung in Frankfurt. Als Lokalchef der Rheinischen Post arbeitete er in Düsseldorf, bevor er 1999 als stellvertretender Chefredakteur zur Verlagsgruppe Rhein Main nach Mainz wechselte. Seit 2008 leitet Schröder die Redaktion des Wiesbadener Kurier, seit 2013 auch das Wiesbadener Tagblatt und die Main-Spitze in Rüsselsheim.

Andrea Lindner (24) ist Bloggerin und freie Journalistin aus München. Sie studiert Psychologie und Kommunikationswissenschaft an der LMU und arbeitet seit vielen Jahren als freie Journalistin. Nach ihrem Auslandjahr an einer Journalistenschule in Holland hat sie der Reisejournalismus gepackt. Gemeinsam mit ihrem Freund gründete sie daraufhin den Blog „2 Abenteurer“ – seitdem ist sie noch mehr in der Welt unterwegs. Egal ob mit dem Motorrad durch die Schweiz, auf dem Fahrrad durch St. Petersburg oder auf einem Dromedar durch die marokkanische Wüste. Um sich zum bloggen noch etwas dazu zu verdienen, verkauft sie ihre Reisereportagen außerdem an Print-Zeitungen und Magazine.

Erzählcafé: Ein Blog?
Du überlegst dir einen eigenen Blog zu starten? Dann bist du bei diesem Erzählcafé genau richtig. Eine Bloggerin gibt dir Einblicke in ihr Blogger-Leben und erzählt dir von tollen Reisen, Kooperationen aber auch von viel Arbeit. Außerdem gibt sie viele wertvolle Tipps und erklärt, auf was es beim Bloggen ankommt. Du kannst natürlich all deine Fragen zum Thema loswerden. Warum sollte man einen Blog starten? Wie viel Zeit sollte man dafür einplanen? Und über welches Thema kann ich überhaupt bloggen? All diese Fragen – und noch viele mehr – können beantwortet werden.


 

 

 

 


Hessischer Jungjournalistentag 2015

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Fotogalerie

Podiumsgäste und Dozenten

Tolle Resonanz - über 100 Teilnehmende - Platz vier der deutschen Twitterliste am 30. Mai

Frankfurt, 31. Mai 2015 – Mit großem Zuspruch und viel  positivem Feedback fand am 30. Mai erstmals der Hessische Jungjournalistentag 2015 statt. Der DJV Landesverband Hessen hatte gemeinsam mit den Presseclubs Wiesbaden und Frankfurt die Veranstaltung für die Nachwuchsjournalistinnen und  -journalisten ins Leben gerufen. Mit der IHK Frankfurt a.M. war zudem ein kompetenter Partner für den Veranstaltungsort gefunden worden.


Mehr als 100 Teilnehmende hatten sich ab dem Vormittag eingefunden. Im Foyer vor den Veranstaltungsräumen wurde es eng, dort informierten die Presseclubs, die Jugendpresse Hessen und die DKV, das Presseversorgungswerk und die Kulturregion Rhein-Neckar über ihre Angebote. Landesvorsitzender Hans Ulrich Heuser begrüßte die jungen Journalistinnen und Journalisten: „Wir wollen Ihnen heute ein möglichst realitätsnahes Bild des Journalismus in all seinen Facetten vermitteln, aber auch auf die Schwierigkeiten des Berufs aufmerksam machen.“ 

Mit Nikolaus Brenders Impulsreferat war daraufhin der Einstieg in eine informative Diskussionsrunde auf dem Podium und anschließend  mit den Teilnehmenden gegeben. Im  Mittelpunkt von Brenders Referat stand der Vergleich „Journalistisches Arbeiten – damals und heute“. Das kam nicht nostalgisch herüber, sondern brachte die heutige Situation der Journalistinnen und Journalisten auf den Punkt. Die Sicherheit, die Journalisten in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts hatten, und die ihnen die Basis gab für einen angstfreien Journalismus – und damit für Qualität, ist weggebrochen. Brender zitierte aus einer Umfrage, in der eine junge Journalistin bemerkte: „Ich hoffe immer nur, dass ich nicht abstürze.“ Hier sollten auch Politik und Verlage ihre Verantwortung sehen. Und dennoch zeigte er sich zuversichtlich, dass „Sie und viele Ihrer Kolleginnen und Kollegen die Vermittlung von Informationen zu den Nutzern transportieren werden.“ Neue mediale Ausdrucksformen wie die „Prenzlauer Berg Nachrichten“, das Recherchebüro Correctiv und viele andere, auch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wie mit dem neuen nächtlichen Nachrichtenmagazin heute+, zeigten Sprache und Ausdruck der jetzigen Generation.


Fachleute analysierten die Situation

Die zweistündige Diskussion nahm vor allem den „Generationenwechsel“ ins Visier, sowohl von Nutzer- als auch von Anbieterseite. Hans Georg Schnücker, Verlagsleiter und VHZV-Vorsitzender, wies auf die Demografie hin, der zufolge die geburtenstarken Jahrgänge bald große Lücken in den Verlagen hinterließen, wenn sie in Rente gingen. Anke Knafla, Planungschefin von hr-iNFO, betrachtete es von der anderen Seite: „Hörsituationen, in denen das Radio bei Ihrer Generation punkten kann, werden weniger.“ Sie ginge der Frage nach, wie die Bedürfnisse der jungen Hörerschaft einzubinden seien: „Wir müssen mehr auf die Zielgruppe eingehen.“

Und es gab auch ganz praktische Ratschläge. Julia Weigelt empfahl: „Sucht euch ein Thema aus und arbeitet euch richtig rein. Und baut ein Netzwerk auf – damit verkauft ihr eure Arbeit.“ Elisabeth Wasserbauer nannte Integrität und Glaubwürdigkeit als das höchste Gut, das Journalistinnen und Journalisten haben. Anke Knafla ergänzte, dass die persönliche „Performance“ immer wichtiger werde und Persönlichkeit und Thema zusammenpassen müssten. Vor allem solle man sich nicht davon abhalten und einschüchtern lassen, Verbesserungsvorschläge immer wieder im Redaktionsalltag einzubringen – denn die Redaktionen lebten von  frischem Wind und  neuen Themen.

In der Mittagspause wurde das Netzwerken praktisch angewendet. An allen Tischen wurde miteinander diskutiert und die Gelegenheit genutzt, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.


Workshops, Erzählcafés und O-Töne

Der Nachmittag war für die Themenblocks „ Praxis Ausbildung“, „Online, Neue Medien“ und „Existenzgründung“ vorgesehen.

„Die drei Blocks waren informativ und auf die Fragestellungen der Jungen zugeschnitten,“ meinten Lisa, 28, und Jenny, 26. „Die Bezeichnung Workshop war etwas irreführend. Da hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Das sollte beim nächsten Mal einfach anders benannt werden.“

Sabrina, 33, hätte sich ein bisschen mehr Mischung auf dem Podium gewünscht: „Mehr jüngere Teilnehmer wie Julia Weigelt wären spannender gewesen“. Dieser Meinung war auch Paddy, 26: „Die kontroverse Diskussion zwischen Weigelt und Brender fand ich gut. Wenn sich alle auf dem Podium einig sind, wird das schnell langweilig. Mein Vorschlag: Stefan Niggemeier und Kai Diekmann.“ Tilmann, 27, hätte auch zu Themen wie BuzzFeed gerne etwas gehört. Sven, 33, fand die Diskussion informativ, hätte sich aber auch speziellere Themen wie Leseranalysen gewünscht.

Philipp, 26, fand die Mischung dagegen gut: „Die Referenten sind interessant und die Fragen, die zur eigenen Einstellung dem Beruf gegenüber aufgekommen sind, haben mir gefallen.“

„Mir hat die Podiumsdiskussion gefallen. Jeder konnte seine Interessen dazu auch einbringen,“ sagte Vanessa, 21.

Franziska, 20, fand es insgesamt gut: „Mit hat ein bisschen der Karriereweg gefehlt, aber vielleicht kommt das ja noch im Praxisseminar. Wie werde ich Journalist? Diesen Weg möchte ich gerne erklärt bekommen.“

Anna, 29, fand die Moderation zu ausführlich und das Podium generell zu unspezifisch: „Die Fragensammlung war zu lang. Die Fragen standen im Raum, sie hätten besser gleich beantwortet werden sollen.“

Christopher, 16, nahm mit seiner Cousine an der Veranstaltung teil: „Wir wollen die Möglichkeit wahrnehmen, uns zu informieren und werden deshalb auch in den Praxis-Workshop Ausbildung gehe.“ Nach dem Workshop war er zufrieden und fühlte sich über Print, Rundfunk und Fernsehen gut informiert.

Jannick, 23, war nicht sicher, ob ihn ein Masterstudium weiterbringen würde. Er hat das Existenzgründungsseminar besucht: „Das Seminar war super, ich habe so viel erfahren, was ich sonst mühsam zusammengesucht hätte. Das war genau richtig.“