Tarifpolitik, Pressefreiheit und Qualitätsjournalismus

DJV diskutiert Herausforderungen der Zukunft, unter anderem die gegenwärtigen Verhandlungen in der Tarifpolitik, Qualitätsjournalismus und seine Finanzierung.
DJV Bundesverbandstag vom 4. bis 6. November 2013. Foto: Axel Häsler

Hannover, 6. November 2013. Rund 300 Delegierte diskutierten auf dem dreitägigen DJV-Bundesverbandstag (4. bis 6. November) in Hannover die Herausforderungen des Journalismus und der gegenwärtigen Mediensituation.
Zentrale Themen waren unter anderem die Tarifpolitik sowie die Erhaltung des Qualitätsjournalismus und seine künftige Finanzierung. In mehreren Arbeitsgruppen erörterten die Delegierten die aktuellen Themen, die im Anschluss im Gesamtplenum vorgestellt, debattiert und abgestimmt wurden.
Michael Konken, wiedergewählter Vorsitzender des DJV, wies in seiner Begrüßungsrede ein weiteres Mal auf die Sparkurse, den Abbau der Medienvielfalt und die Missachtung journalistischer Arbeit hin. Am 11. November 2013 gehen die Tarifverhandlungen in Berlin mit kleiner Besetzung in die 5. Runde. Die Devise des DJV, verdeutlichte Hauptgeschäftsführer Kajo Döhring noch einmal, lautet nach wie vor „Abbau nein – Umbau ja“. Der BDZV beharrt allerdings weiterhin auf regional unterschiedlicher Behandlung, sprich Kaufkraftindex, Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie der Urlaubstage, Verlängerung des Volontariats. Eine klare Absage erteilte der DJV der Verlegerforderung nach Bindung der Bezahlung an die regionale Kaufkraft. In die künftigen Tarifverträge soll eine praxistaugliche Erfassung der Arbeitszeit eingebaut werden. Erneut forderte der DJV die Integration der Onliner in die Tarifverträge und verstärktes Augenmerk auf eine qualifiziertere nicht längere Ausbildung der Volontäre sowie weiter entwickelte Beschäftigungsbedingungen für freie arbeitnehmerähnliche Journalistinnen und Journalisten.

Solidarität mit der OP

 Der Verbandstag erklärte sich auf Antrag des hessischen Landesverbandes solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen der Oberhessischen Presse (OP) in Marburg in ihrem Kampf um einen Haustarifvertrag. Die Geschäftsleitung der zur Verlagsgruppe Madsack gehörenden Oberhessischen Presse wird aufgefordert, sich nicht länger gegen die berechtigten Forderungen der Beschäftigten zu stellen und mit den Gewerkschaften endlich über einen Haustarifvertrag zu verhandeln.
Bislang haben die Kolleginnen und Kollegen in vier Warnstreiks ihre Forderung nach einem Haustarifvertrag erhoben. Die Geschäftsleitung weigerte sich bislang, mit den Gewerkschaften zu verhandeln und will  stattdessen ein „internes Bezahlmodell“ durchsetzen.

Bundesvorstand wiedergewählt

Als Vorsitzender steht der Journalismus-Dozent Michael Konken für weitere zwei Jahre an der Spitze des Deutschen Journalisten-Verbands. Seine Stellvertreter sind weiterhin die freien Printjournalisten Ulrike Kaiser und Michael Anger. Schatzmeister bleibt der freie Journalist Frank Überall. Als Beisitzer wurden die freie Journalistin Kathrin Konyen, der Zeitungsredakteur Wolfgang Grebenhof und der Zeitschriftenredakteur Peter Jebsen in ihren Ämtern bestätigt. Gegenkandidaten waren nicht zur Wahl angetreten.

Online-Petition gestartet

Mit der Forderung, die Pressefreiheit und den Informantenschutz zu sichern und Journalisten vor der Ausspähung durch Geheimdienste zu schützen, hat der Deutsche Journalisten-Verband eine Online-Petition an den Deutschen Bundestag gestartet.
Sie war der Beitrag des DJV zum internationalen Aktionstag „Stand up for Journalism“, der jedes Jahr am 5. November stattfindet. In diesem Jahr stand der Tag unter dem Motto „Journalisten sind keine Terroristen“. (sl)

Sitzung der hessischen Delegierten. ©Sonja LehnertDJV-Vorsitzender Michael Konken begrüßt die Delegierten der Landesverbände sowie Gäste. ©Sonja LehnertDie hessischen Delegierten in Hannover. ©Sonja Lehnert
Landesvorsitzender von Hessen, Hans Ullrich Heuser, meldet sich zu Wort. ©Axel HäslerAm Pranger stehen die Verlage ohne Tarifbindung. ©Sonja LehnertAktuelle Twitterwand vor dem Sitzungssaal. ©Sonja Lehnert
DJV-Bundesverbandstag 2013 in Hannover. ©Sonja LehnertDie hessischen Delegierten in Hannover. ©Axel HäslerDie hessischen Delegierten in Hannover. ©Axel Häsler

 

 

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