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Ausstellungstipp

News im Fokus – Eine Ausstellung über Vertrauen, Fakten und Fakes

09.10.2025
Ansprechpartner*in
Sascha Kohlhöfer

Eindrücke der Ausstellung "NACHRICHTEN - NEWS" im Museum für Kommunikation

„NACHRICHTEN - NEWS“ im Museum für Kommunikation Frankfurt

Wie entsteht eigentlich eine Nachricht? Wie ist das individuelle Verhältnis zu Nachrichten? - Und wie lässt sich zwischen Fakt und Falschinformation unterscheiden? Diesen Fragen widmet sich die neue Ausstellung „NACHRICHTEN – NEWS“, die vom 9. Oktober 2025 bis 6. September 2026 im Museum für Kommunikation Frankfurt zu sehen ist. Nach der erfolgreichen Premiere in Berlin wurde die Ausstellung für Frankfurt um regionale Themen erweitert – darunter die Entwicklung des hessischen Lokaljournalismus, Veränderungen in der Medienstadt Frankfurt und Künstliche Intelligenz im Journalismus.

Mit interaktiven Elementen sowie historischen Exponaten beleuchtet die Ausstellung, wie Nachrichten entstehen und sich entwickeln. Besucherinnen und Besucher können erleben, wie sich die Medienlandschaft verändert und dabei einiges lernen: etwa, dass im Jahr 1963 die erste Nachrichtensprecherin Deutschlands auf Sendung ging.

Vernissage im Zeichen positiver Nachrichten

Kuratorin Anja Schaluschke eröffnete die Ausstellung mit einer vielleicht ersten guten Nachricht des Tages: Die Eröffnung der NEWS-Ausstellung in Frankfurt. Der Wunsch nach mehr Positivnachrichten spiegelte sich damit sowohl am Abend als auch in der Ausstellung selbst wider.

Silke Brüggemeier, stellvertretende Chefredakteurin der dpa, betonte, wie wichtig Formate seien, die Medien- und Nachrichtenkompetenz fördern. Einige wenige aus dem Publikum meldeten sich bei der Frage, ob sie Nachrichten gelegentlich bewusst vermeiden. Nach dem neuesten Reuters News Report (2025) vermeiden in Deutschland ganze 71% gelegentlich Nachrichten. Von einer Nachrichtenflut ist immer häufiger die Rede, Nachrichtenmüdigkeit, sogenannte News Fatique, steigt.

Ausstellung zur Stärkung von Medienkompetenz und Pressefreiheit

Presse- und Meinungsfreiheit stehen weltweit zunehmend unter Druck – laut Reporter ohne Grenzen gilt die Situation für Journalistinnen und Journalisten in 90 von 180 Ländern als „schwierig“ oder „sehr ernst“. Nachrichten- und Medienkompetenz sichern dabei die Demokratie, betonte Dr. Annabelle Hornung, Direktorin des Museums für Kommunikation, in der anschließenden Diskussionsrunde. Die Ausstellung soll Medienkompetenz aller Altersgruppen stärken sowie Qualitätsjournalismus fördern, so Dr. Hornung.

Lokaljournalismus und Künstliche Intelligenz im Fokus der Frankfurter Version

Die Ausstellung zeigt, wie schnell sich das Mediensystem entwickelt - und wie wichtig Qualitätsjournalismus im Lokalen ist. Daher wurden auch einige - für Frankfurt und Hessen wesentliche - Themen beim Umzug von Berlin nach FFM ergänzt, so Kuratorin Schaluschke. Das rasante Zeitungssterben in Hessen und die Bedeutung des Lokaljournalismus beispielsweise. Auch die Entwicklung der Medienstadt Frankfurt, von der Frankfurter Postzeitung bis zur heutigen Berichterstattung aus Frankfurt wurde in der Frankfurter Version ergänzt.

Im Rahmen der Eröffnung diskutierten Dr. Corinna Engel (Leitung Ausstellungen, Bildung und Kommunikation), Silke Brüggemeier, Sabrina Hoffmann (künftige Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau) und Veit Lemmrich (Leiter des kuratorischen Teams) über Chancen und Risiken der KI im Redaktionsalltag.

Einblick in die alltägliche Arbeit mit KI zeigten sowohl Dr. Annabelle Hornung als auch Sabrina Hoffmann, die ab dem 1. Dezember die neue Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau sein wird. Hoffmann betonte, dass KI zur wachsenden Informationsflut beitrage, zugleich aber auch neue Möglichkeiten eröffne. Quellen offen zu legen, unabhängigen und verlässlichen Journalismus zu machen sowie sich auf den Pressekodex zu berufen, sei daher unverzichtbar, auch in Hinblick auf die digitale Zukunft der Frankfurter Rundschau. Silke Brüggemeier zeigte anhand einer Fotopräsentation zudem, wie schwer KI-generierte Bilder zu erkennen sind – und warum kritische Bildprüfung heute wichtiger ist denn je: „Vor KI steht immer ein Mensch, nach KI steht immer ein Mensch“, so die stellvertretende Chefredakteurin der dpa.

Die durchweg informative Ausstellung NACHRICHTEN - NEWS, die das individuelle Verhältnis zu Nachrichten interaktiv beleuchtet und der Entstehung von Nachrichten auf die Spur kommt, können Sie vom 09. Oktober 2025 bis zum 06. September 2026 im Museum für Kommunikation bewundern. 

Interessante Aspekte rund um Künstliche Intelligenz werden auch am Hessischen Jungjournalistentag 2025 diskutiert. Dieser findet am 25. Oktober 2025 unter dem Motto „Journalismus trifft KI“ in der Media University in Frankfurt am Main statt. Sie sind herzlich eingeladen!

Weitere Veranstaltungen im Museum für Kommunikation

Sa, 18. Okt 2025, 18.30 Uhr
Friedenflechten & Medien – 30 Jahre Erfahrungen aus Südosteuropa
Eine Kooperationsveranstaltung mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Do, 23. Okt 2025, 18.30 Uhr
Digital Fight Club
Diskussionsrunde mit Nils Minkmar (SZ) und Yasmine M’Barek (Die Zeit)
in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ)

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medienvertrauen Demokratie
Creator Room im Hessischen Rundfunk
Creator Room im Hessischen Rundfunk

16.07.2025

Medienkompetenz für alle

Im Hessischen Rundfunk können seit Anfang Mai 2025 hessische Schulklassen den Creator Room besuchen und den Umgang mit Fake News kreativ erlernen.

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