Unerschütterlicher Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit
Ausschreibung für den Daphne-Caruana-Galizia Preis des Europäischen Parlaments läuft noch bis 31. Juli 2026
Ansprechpartner*in
Michael Schwab
Das Straßburger Europaparlament. Foto: Michael Schwab
Straßburg. Neun Jahre nach der Ermordung der maltesischen Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia ruft das Europäische Parlament erneut auf, sich an der Ausschreibung des diesjährigen „Daphne-Caruana-Galizia-Preises“ zu beteiligen. Noch bis zum 31. Juli 2026 (24:00 Uhr MEZ) können Arbeiten interessierter Journalistinnen und Journalisten oder von Journalisten-Teams eingereicht werden. Voraussetzung laut Ausschreibung, die Beiträge müssen von einem Medium mit Sitz in einem der 27 EU-Länder veröffentlicht oder ausgestrahlt worden sein. Schwerpunktmäßig sollten sich die Beiträge mit den Themen Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichstellung, Rechtsstaatlichkeit und/oder Menschenrechte beschäftigen. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro. Eine unabhängige Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Presse und Zivilgesellschaft aller 27 EU-Mitgliedstaaten, bewertet die eingehenden Arbeiten.
Wie in den zurückliegenden Jahren erfolgt die Auszeichnung der besten Beiträge im Straßburger EU-Parlament. Damit zeigt Europa ein weiteres Mal Flagge. Flagge für die Prinzipien und Grundwerte der Europäischen Union. Und: für Pressefreiheit. Mehr über den Preis unter: www.daphnejournalistenprize.eu.
Über den Preis und seine Namensgeberin
Der Daphne-Caruana-Galizia-Preis ist vom Präsidium des Europäischen Parlaments im Dezember 2020 zu Ehren der maltesischen Enthüllungsjournalistin und Bloggerin ins Leben gerufen und 2021 erstmals verliehen worden. Daphne Caruana Galizia hatte sich dem Kampf gegen Korruption verschrieben. Sie berichtete über Korruption, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen, aber auch über den Handel mit der Staatsbürgerschaft und die Verwicklung der maltesischen Regierung in die Affäre um die so genannten Panama-Papiere, die Steuervergehen aufdeckten. Deswegen schüchterte man sie ein und bedrohte sie. Zum Zeitpunkt ihres Todes sah sich die Journalistin mit insgesamt 47 Verleumdungsklagen konfrontiert, die überwiegend von Regierungsbeamten und deren Geschäftspartnern eingereicht worden waren.
Am 16. Oktober 2017 wurde die Journalistin unweit ihres Hauses auf dem Weg zu einem investigativen Gespräch durch einen Autobombenanschlag getötet. Der Skandal rund um die Ermittlungen der Behörden im Mordfall Daphne Caruana Galizia führte zum Rücktritt des früheren maltesischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat. Erst im Sommer 2025 konnten zwei Angeklagte für den Mord an der investigativ arbeitenden maltesischen Journalistin zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt werden.
Jedes Jahr um den 16. Oktober – den Tag ihrer Ermordung – würdigt das Europäische Parlament mit dem Preis herausragende journalistische Leistungen, mit denen die Prinzipien und Grundwerte der Europäischen Union hochgehalten und verteidigt werden. Mit dem Preis soll zugleich darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig professioneller Journalismus ist, um Freiheit, Gleichstellung und Chancen für alle zu sichern. Anlässlich der Preisverleihung 2024 hatte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola deutlich gemacht: „Das Vermächtnis von Daphne Caruana Galizia lebt weiter – im Werk von Journalistinnen und Journalisten, die leben, um die Wahrheit zu sagen, und sich nicht den Mund verbieten lassen. Sie kämpfen unerschütterlich für Gerechtigkeit, obwohl man sie bedroht und versucht, sie von ihrer wichtigen Arbeit abzuhalten.“ Die Pressefreiheit sei nicht verhandelbar.
Der Tod Daphne Caruana Galizias hatte auch unmittelbare Folgen auf europäischer Ebene. Nach ihrer Ermordung setzte sich das Europäische Parlament gegen sogenannten SLAPP-Klagen ein, die darauf abzielen, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Im Februar 2024 wurden die ersten EU-Regelungen gegen solche Einschüchterungsklagen beschlossen. Zudem stimmte das Parlament 2024 dem neuen Europäischen Medienfreiheitsgesetz zu, das Journalistinnen und Journalisten sowie die Pressefreiheit in der EU schützen soll.
Bisherige Gewinnerbeiträge
2021 – „Das Pegasus-Projekt“, koordiniert von Forbidden Stories
2022 – Dokumentarfilm „Zentral-Afrika: Die Söldner aus Russland“ von Clément Di Roma und Carol Valade (ARTE/France24/Le Monde)
2023 – Gemeinsame Recherchen zum Untergang eines Flüchtlingsboots vor Pylos (Solomon, in Zusammenarbeit mit Forensis, StrgF/ARD und The Guardian)
2024 Das Recherche-Team „Lost in Europe“
2025 Der Rechercheverbund Follow the Money. Ausgezeichnet wurde das Netzwerk für die Aufdeckung der verborgenen Finanznetzwerke und der sogenannten „Schattenflotte“, die Russlands sanktionsumgehenden Ölhandel ermöglichen.
Schreibwettbewerb des Fachausschuss Europa
25.03.2026
Schreibwettbewerb zu Europa an der Rabanus-Maurus-Schule Fulda
Jugendliche haben sich teils „emotional“ mit Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie in Europa beschäftigt
Mehr