Weihnachtsgruß Fachausschuss Europa und Internationales
Auf das Prinzip Hoffnung setzen
Ansprechpartner*in
Michael Schwab
Weihnachtskrippe aus Eis in Graz
„Freiheit, Frieden, Hoffnung. Das sind wohl die wichtigsten Gedanken, die uns besonders in der Weihnachtszeit begleiten.“ Mit diesem Satz habe ich im letzten Jahr erwartungsvoll unseren Weihnachtsgruß begonnen. Was ist daraus geworden?
„Zarte“ Entwicklungsansätze
Dass „Freiheit, Frieden, Hoffnung“ Wirklichkeit werden könnten – dafür hat es durch diplomatische Verhandlungen in den letzten Monaten an manchen der weltweiten Krisenherde erste „zarte“ Ansätze gegeben. Aber: Wie steht es um verbindliche, dauerhafte Lösungen? Waffenstillstand und Frieden für die Menschen in der Ukraine – nach wie vor Fehlanzeige. Trotz der Initiative von US-Präsident Donald Trump. Gaza Konflikt: Ja, die überlebenden Geiseln - auch die Opfer - des 7. Oktober 2023 sind endlich zurück in ihrer Heimat Israel. Die Waffen schweigen im Gaza-Streifen. Mehr oder weniger. Dennoch kommt dieses kleine Stückchen Land an der Mittelmeerküste einfach nicht zur Ruhe. Statt Normalität herrscht bei den meisten der dort Lebenden schier grenzenlose Verzweiflung. Gerade jetzt in der Winterzeit. Ihre bange Frage angesichts der gewaltigen Zerstörung: Wie soll es weitergehen? Fast wie Hohn wirkt da der von Präsident Trump postulierte schöne Traum von der „Riviera“ des Nahen Ostens. Er gleicht mehr einer Utopie denn einer realisierbaren Vision. Erst recht in den Augen derjenigen, die im Gaza-Streifen buchstäblich ums nackte Überleben kämpfen.
Und wie ist es um „Freiheit, Frieden, Hoffnung“ bei uns in Europa bestellt? Europa kämpft mehr denn je um seine globale Positionsbestimmung, um seine Bedeutung, seine Stärke und den Schutz seiner Menschen. Erst recht, nachdem die USA unter Präsident Trump nicht mehr bedingungslos die schützende Hand über der Union halten und das transatlantische Verhältnis eher anhand abgeschlossener Deals bewertet wird statt nach dem bislang geltenden gemeinsamen Werte-Kanon und der sich daraus ableitenden Handlungsmaximen. Schlimmer noch: In ihrer jetzt vorgelegten neuen Sicherheitsstrategie greifen die USA Europa scharf an und kündigen „tagesschau 24“ zufolge eine Einmischung in die Politik der EU zugunsten rechter Parteien an. Die US-Regierung wolle nun "Widerstand" in Europa kultivieren, meldet der Online-Dienst ferner. Konkret beklagen die USA in dem Papier einen Verlust der Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa und fordern eine "Kurskorrektur".
Bewegendes Beispiel
Nichtsdestotrotz ist es unglaublich wichtig, weiterhin entschieden auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Wie wichtig, zeigt das bewegende Beispiel des palästinensischen Ehepaars Ismael und Abla Khatib, über das die katholische Theologin und Autorin Vera Krause berichtet. Die beiden haben ihren elfjähriger Sohn Ahmed in Dschenin im Westjordanland verloren. Beim Spielen war er durch Schüsse von Soldaten tödlich am Kopf getroffen worden. Trotz des Tods ihres Sohns bekannten die Eltern: "Es ist nie zu spät, miteinander etwas anzufangen." Und so entschied sich Ismael Khatikb im Moment seines größten Schmerzes „für eine Geste, die die Dynamik immer neuen Hasses durchbricht: für eine Organspende.“ Krause weiter: „Nach nur zwölf Stunden heißt das: Ahmeds Herz für das drusische Mädchen Samah. Eine Niere für den Beduinenjungen Mohammed; die andere Niere für Menuha, ein jüdisch-orthodoxes Mädchen aus den Siedlungsgebieten. Allesamt Kinder Israels.“ Das Handeln der Khatibs habe „nichts mit Politik, sondern einfach mit Menschlichkeit zu tun.“ Seitdem sie deren Geschichte kenne, so sagt Krause, sehe sie „die Nachrichten aus Nahost mit anderen Augen. Versöhnung ist möglich. Diese Hoffnung sollte man – oder besser: Will ich nie aufgeben.“
Gelebte Zusammenarbeit
Wenn man vor dem Hintergrund der genannten Beispiele - manchmal sehr persönlichen - die weltpolitischen Entwicklungen – insbesondere aus dem europäischen Blickwinkel - eingehend betrachtet, wo stehen wir als Fachausschuss Europa und Internationales? Angesichts einer immer komplexeren Weltlage ist es wichtiger denn je, Mitgliedern und Gästen unseres Landesverbands zu ermöglichen, sich durch Experten-Vorträge im umfassenden Sinne eine Meinung über politisch und journalistisch relevante Themen und Entwicklungen bilden zu können. Erfreulicherweise tun wir dies nicht mehr alleine, sondern können uns in unserer Arbeit immer mehr auf gute und verlässliche Kooperationspartner stützen, zum Beispiel in bewährter Weise auf die Katholische Akademie des Bistums Fulda unter ihrem Direktor Gunter Geiger, neuerdings auch auf die Rabanus-Marus- Schule (ebenfalls in Fulda) mit unserem Ansprechpartner Bastian Michel.
Vorträge und Ausstellungen
Mit unseren Kooperationspartnern haben wir im Januar 2025 die Ausstellung „Ukraine: Journalists in War zones“ präsentieren können. Einen, wenn auch kleinen Beitrag als Mahnung zum Frieden angesichts der in den Fotos vermittelten fürchterlichen Brutalität des russischen Krieges gegen die Ukraine, die Teil Europas ist. Noch bis Sommer 2026 zeigen wir als DJV in der Rabanus-Maurus-Schule außerdem die Ausstellung „EU on Tour“, die wir gemeinsam mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) sowie dem EU-Verbindungsbüro in Berlin um einem Schreibwettbewerb ergänzen bzw. erweitern konnten. Unsere Informations- und Öffentlichkeitsarbeit steht also auf einem immer breiteren Fundament. Diese Arbeit wollen wir auch 2026 konsequent gemeinsam fortsetzen. Eine Fahrt zur EU nach Straßburg oder Brüssel ist bereits angefragt. Weitere Gesprächsrunden sind ebenfalls in Vorbereitung. Für unser europäisches Engagement hoffe und setze ich, wie auch schon in den Vorjahren, sehr auf eure Unterstützung, Anregungen und eure Beteiligung an unseren Veranstaltungen.
Eine besinnliche Zeit, vor allem einen guten Start ins neue Jahr 2026 sowie uns allen eine kreative, ergebnisreiche Zusammenarbeit bzw. die dafür notwendige Freude und Gesundheit wünscht
Michael Schwab
Vorsitzender Fachausschuss
Europa und Internationales
Rabanus-Maurus Schule Fulda, DJV und GSP kooperieren bei Ausstellung und Schreibwettbewerb
26.11.2025
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